Freizeit, Essen, Internet – für Millionen EU-Bürger sind selbst diese Grunddinge unerschwinglich. Die Zahlen dahinter sind alarmierend.
Erhebliche Teile der EU-Bevölkerung können sich grundlegende Dinge des Alltags nicht leisten – das zeigt die Publikation „Kennzahlen zu den Lebensbedingungen in Europa – Ausgabe 2026″. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2025 und zeichnen ein besorgniserregendes Bild sozialer Ungleichheit innerhalb der Europäischen Union.
Freizeit als Privileg
Besonders deutlich wird dies beim Thema Freizeit: Mehr als jeder achte EU-Bürger – konkret 12,1 Prozent – konnte sich im vergangenen Jahr keine regelmäßigen Freizeitaktivitäten leisten.
Die Bandbreite zwischen den Mitgliedstaaten ist dabei enorm: Während in Kroatien lediglich 3,9 Prozent der Bevölkerung davon betroffen waren, lag der Anteil in Griechenland bei erschreckenden 27,3 Prozent. Für viele Menschen bedeutet gesellschaftliche Teilhabe damit schlicht ein finanzielles Privileg.
Noch gravierender erscheint die Lage beim Thema Ernährung. 8,5 Prozent der EU-Bevölkerung konnten sich keine regelmäßige Mahlzeit mit Fleisch, Fisch oder einer gleichwertigen vegetarischen Alternative leisten.
Auch hier klafft zwischen den Mitgliedstaaten eine tiefe Lücke: Zypern verzeichnete mit 1,2 Prozent den niedrigsten Wert, Rumänien mit 18,1 Prozent den höchsten.
Digitale Kluft
Auch beim Internetzugang – längst keine Frage des Komforts mehr, sondern Voraussetzung für Arbeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe – zeigen sich deutliche Unterschiede. Zwei Prozent der EU-Bürgerinnen und -Bürger konnten sich 2025 keinen Heimanschluss leisten.
Finnland markiert dabei das eine Extrem mit lediglich 0,1 Prozent, Rumänien das andere mit 6,2 Prozent.