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Naturwunder

Wo der Boden nachgibt und Ungeheuer schlafen: Serbiens vergessener Geistersee

Wo der Boden nachgibt und Ungeheuer schlafen: Serbiens vergessener Geistersee
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Ein See ohne festes Ufer, versunkene Hochzeitsgesellschaften und ein Ungeheuer – das Golija-Gebirge hütet ein stilles Geheimnis.

Hoch oben im serbischen Golija-Gebirge liegt ein Gewässer, das sich von jedem anderen See grundlegend unterscheidet: Der Dajicko-See besitzt kein festes Ufer. Wer sich ihm nähert, spürt, wie der Boden unter den Füßen nachgibt – denn ringsum erstreckt sich ein weitläufiges Moor, das den See wie ein lebendiger Rahmen umschließt.

Gespeist wird er ausschließlich durch Niederschläge, Regen und die Schneeschmelze der umliegenden Berghänge. Das macht seine Ausdehnung zu einer veränderlichen Größe: Je nach Jahreszeit und Witterung wächst oder schrumpft er. Wer hofft, in seinen Gewässern zu schwimmen, wird enttäuscht – das Baden ist strikt untersagt. Die empfindliche Vegetation und das fragile Ökosystem rund um den See dulden keine menschlichen Eingriffe.

Wissenschaftliche Entdeckung

Das Golija-Gebirge in Zentralserbien gilt als eine der unberührtesten Naturlandschaften des Landes, durchzogen von Gletscherseen und dichtem Wald. Die Wissenschaft hat diesen Ort längst für sich entdeckt: Bereits die Naturforscher Josif Pancic, Nedeljko Kasanin und Jovan Cvijic hielten den See in ihren Schriften fest. Der Tourismusverband Ivanjica verweist auf die besonderen ökologischen und mikroklimatischen Verhältnisse vor Ort, die im Laufe der Zeit zu einer ausgeprägten Eutrophierung (Nährstoffanreicherung) des Gewässers geführt haben.

Sagen & Legenden

Doch nicht allein die Wissenschaft hat den Dajicko-See im Blick. Rund um das stille Moorgewässer ranken sich Sagen, die in der Region seit Generationen weitergegeben werden.

Eine der bekanntesten erzählt von einer Hochzeitsgesellschaft, die einst am Seeufer vorbeizog – und nicht mehr zurückkehrte.

Der Fahnenträger soll vom Weg abgekommen sein, und mit ihm verschwand die gesamte Festgesellschaft in den Tiefen des Sees. Eine andere Legende berichtet von einem Ungeheuer, das in diesen Gewässern gehaust haben soll, bis es schließlich zur Strecke gebracht wurde.

Das nahe gelegene Dorf Bele Vode trägt seinen Namen, so heißt es, als Erinnerung an eben dieses Ereignis.

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KO KOSMO-Redaktion
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