Ein drei Monate alter Säugling verschwand in der Nacht spurlos – seither läuft in Renningen ein Großeinsatz gegen die Zeit.
In der Nacht hat die Polizei in Renningen (Kreis Böblingen) eine groß angelegte Suchaktion nach einem drei Monate alten Säugling eingeleitet. Der Junge soll aus einem Kinderwagen entführt worden sein, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Seit 23.30 Uhr ist ein Großaufgebot im Einsatz, das nach dem Kind und dem mutmaßlichen Entführer fahndet.
„Leider haben wir derzeit keine heiße Spur. Wir haben am Tatort mit der Suche begonnen und arbeiten uns ringförmig vorwärts. Natürlich kann das Kind auch schon ganz woanders sein“, so der Polizeisprecher weiter.
Großaufgebot im Einsatz
Polizeisprecher Steffen Grabenstein sagte: „Das Kind war für kurze Zeit unbeaufsichtigt. Es wurde von einer unbekannten Person aus dem Kinderwagen gehoben und mitgenommen.“ Die Eltern des Jungen hatten am späten Donnerstagabend Vermisstenanzeige erstattet, woraufhin die Polizei alarmiert wurde.
Neben Polizeieinheiten sind Rettungshundestaffeln aus ganz Baden-Württemberg, DRK-Ortsvereine, das THW (Technisches Hilfswerk) sowie Feuerwehren vor Ort. Insgesamt 40 Spürhunde sind im Einsatz – darunter laut Polizei auch Leichensuchhunde. Zusätzlich durchsuchen ein Hubschrauber und mehrere Drohnen das Gebiet.
Der Faktor Zeit sei entscheidend, betonte der Polizeisprecher. „Wir hoffen, dass es dem Kind gut geht, aber wenn es bei der Hitze irgendwo hilflos wäre, wäre es sehr schlecht.“ Als Sammelstelle für die Einsatzkräfte wurde der Parkplatz des Rewe-Markts in der Weil der Städter Straße in Renningen eingerichtet.
Bürgermeisterin besorgt
Auch Renningens Bürgermeisterin Melanie Hettmer (49, parteilos) zeigte sich besorgt: „Ich bin sprachlos und in großer Sorge. Ich hoffe, dass das Kind wohlbehalten gefunden wird“, sagte sie. Das Rathaus der rund 18.000 Einwohner zählenden Stadt stehe in engem Austausch mit der Polizei.
Renningen liegt westlich von Stuttgart, etwa 25 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt.