Motorenlärm und Reifenquietschen rauben Anwohnern in Wien-Favoriten den Schlaf. Die Roadrunner am Kurpark Oberlaa trotzen allen bisherigen Maßnahmen.
Nächtlicher Motorenlärm und quietschende Reifen verwandeln die Umgebung des Kurparks Oberlaa in Wien-Favoriten in einen Unruheherd. Trotz eingeführter Maßnahmen bleibt der Roadrunner-Treffpunkt in der Filmteichstraße ein Ärgernis für die Nachbarschaft. Bewohner berichten, dass ihre direkten Gesprächsversuche mit den nächtlichen Rasern erfolglos blieben – stattdessen wurden sie beschimpft und bedroht.
Das im Sommer eingerichtete Park- und Halteverbot, das die illegalen Autorennen eindämmen sollte, zeigt bislang nur begrenzte Wirkung. Die Anwohner leiden weiterhin unter der Situation.
Bezirkspolitische Kritik
Bereits im Juli äußerte sich Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) kritisch zur Lage. Gegenüber „Heute“ erklärte er: „Seitdem das Problem an der Filmteichstraße entstanden ist, hat der Bezirk viele bauliche Maßnahmen gesetzt. Dies war notwendig, da das Innenministerium bis heute nicht für eine faire Aufstockung der Favoritner Polizei sorgt und uns gemessen am österreichischen Durchschnitt doppelt so viele Beamte zustehen würden.“
Bei einer kürzlich abgehaltenen Bürgerversammlung räumten Anwohner ein, dass das nächtliche Parkverbot ab 22 Uhr die Situation zwar etwas verbessert habe, grundsätzlich fehle jedoch nach wie vor eine nachhaltige Lösung.
Polizeiliche Reaktion
Im Gespräch mit dem ORF Wien bemängelten sie insbesondere die Reaktionszeit der Polizei. Ein Anrainer schilderte einen Vorfall, bei dem sich die Leitstelle erst nach zweieinhalb Stunden zurückmeldete und sich entschuldigte, keine Streife entsenden zu können.
Günter Bolland von der Wiener Polizei erklärt dazu: „Es gibt auf jeden Fall bei der Funkstelle ein Prioritätsranking, und die Lärmerregung ist nicht ganz oben.“
Verschiedene Lösungsansätze wie ein Nachtfahrverbot, stationäre Radaranlagen oder Videoüberwachung werden immer wieder diskutiert, scheitern jedoch an rechtlichen Hürden.
Laut ORF Wien prüft der Bezirk nun als Alternative die Installation zusätzlicher Bodenschwellen im betroffenen Straßenabschnitt.