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Schulskandal

Schülerin veruntreut Maturakasse – 10.000 Euro verschwunden

Schülerin veruntreut Maturakasse – 10.000 Euro verschwunden
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Der Traum vom Matura-Ball platzt, als 10.000 Euro aus der Klassenkasse verschwinden. Die Verantwortliche fliegt von der Schule, doch die Abschlussklasse kämpft um ihre Feier.

An der Gesamtschule Erle in Gelsenkirchen sorgt ein finanzieller Skandal für Aufregung. Eine Schülerin hat nach Angaben der Schulleitung rund 10.000 Euro aus der Matura-Kasse entwendet. Der Schulleiter Andreas Lisson bestätigte den Vorfall gegenüber der WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung) mit klaren Worten: „Das ist kein Gerücht, das Geld ist weg.“ Die für den Abschlussjahrgang geplante Feier musste daraufhin abgesagt werden.

📍 Ort des Geschehens

Die betreffende Schülerin hatte die Verantwortung für die Kassenverwaltung inne und sollte eine Anzahlung für einen Veranstaltungsort in Bottrop leisten. Da diese Zahlung ausblieb, wurde die Reservierung der Location storniert. Die Maturantinnen und Maturanten brachten ihre Enttäuschung in einem gemeinsamen Statement zum Ausdruck: „Nach 13 Jahren harter Arbeit und gemeinsamen Erinnerungen sollte unsere Matura-Feier ein Highlight werden – doch leider wurde unser Matura-Geld veruntreut.“ Jetzt stehen wir ohne Raum und ohne Mittel da, und unsere lang ersehnte Feier ist akut gefährdet.

Konsequenzen folgen

Wie Radio Emscher Lippe berichtet, hat die Kassenverantwortliche die Veruntreuung bereits eingeräumt. Die Konsequenzen folgten umgehend: Die Schülerin wurde von der Schule verwiesen, zudem wurde bei der Polizei Anzeige erstattet. Schulleiter Lisson kündigte für den 25. September eine Versammlung an, bei der die Schadenshöhe genau ermittelt und das weitere Vorgehen besprochen werden soll.

Bei Veruntreuungsfällen durch minderjährige Schüler drohen in Deutschland insbesondere strafrechtliche Konsequenzen nach dem Jugendstrafrecht. Da es sich um einen Betrag von über 5.000 Euro handelt, liegt die Tat über der Bagatellgrenze und wird als schwerwiegender Diebstahl bzw. Untreue gewertet. Neben dem Schulverweis können Sozialstunden, Auflagen zur Schadenswiedergutmachung oder in schweren Fällen auch Jugendarrest angeordnet werden.

Spendenaktion gestartet

Die Abschlussklasse will sich ihren Traum von einer gemeinsamen Feier dennoch erfüllen. Mit einer eilig gestarteten Spendenkampagne konnten die Schülerinnen und Schüler bereits über 10.800 Euro sammeln – ein Betrag, der die Durchführung der Abschlussfeier wieder in greifbare Nähe rückt.

Derartige Fälle von Kassenveruntreuung an deutschen Schulen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Erst im vergangenen Jahr musste eine Abschlussklasse einer Hamburger Gesamtschule ihre Abschlussfeier absagen, nachdem 8.000 Euro aus der Klassenkasse verschwunden waren. Auch dort konnte durch Solidaritätsaktionen und Spenden eine alternative Feier organisiert werden. Experten raten Schulen daher zu transparenten Kassensystemen mit mehreren Verantwortlichen und regelmäßigen Rechenschaftsberichten, um solche Vorfälle zu vermeiden.