Serbien und Israel besiegeln ihre historische Verbindung auf höchster parlamentarischer Ebene – während im Hintergrund brisante politische Entwicklungen schwelen.
Die serbische Parlamentspräsidentin Ana Brnabic betonte bei einem Treffen mit ihrem israelischen Amtskollegen Amir Ohan die tiefe historische Verbindung zwischen beiden Völkern. „Unsere Freundschaft und politischen Beziehungen reichen weit zurück. Das serbische und das jüdische Volk haben immer zueinander gestanden und haben besonders während des Zweiten Weltkriegs viel gelitten“, erklärte Brnabic. Sie unterstrich die Notwendigkeit, die Erinnerung an den Holocaust zu bewahren und einer Geschichtsrevision entgegenzuwirken.
Im Rahmen des Gesprächs lud Brnabic ihren Amtskollegen nach Serbien ein und verwies auf die gemeinsam erlittenen „schrecklichen Verluste im Zweiten Weltkrieg“. Die Parlamentspräsidentin bekräftigte dabei ihre Haltung gegen jede Form der Geschichtsrevision.
Historische Verbundenheit
Ohan würdigte seinerseits die Beziehung zu Serbien: „Wir kennen uns seit 2019, und unsere Freundschaft war nie nur symbolisch. Sie haben zu Israel auf internationalen Foren gestanden.“ Nach dem Treffen bekräftigte Brnabic laut Bericht des Senders RTS, dass „Serben und Juden immer zusammengestanden haben“.
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Wirtschaftliche Kooperation auf Rekordhöhe
Die politische Freundschaft wird durch zunehmend engere Wirtschaftsbeziehungen untermauert. Das bilaterale Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern erreichte 2023 einen Rekordwert von 121,3 Millionen Euro, wobei Israel mittlerweile als wichtigster Handelspartner Serbiens im Nahen Osten gilt. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit konzentriert sich besonders auf die Bereiche Innovation, IT, Energie, Wissenschaft und Landwirtschaft, mit dem erklärten Ziel, die Handelsbeziehungen weiter auszubauen und neue Kooperationsfelder zu erschließen.
Ohans Innenpolitik
Abseits der diplomatischen Beziehungen zu Serbien steht Ohan in seinem Heimatland für kontroverse politische Positionen. So gehört er zu den 15 Ministern aus dem Kabinett von Premierminister Benjamin Netanyahu, die kürzlich eine Petition unterzeichneten.
Darin wird gefordert, dass Israel das besetzte Westjordanland noch vor der Sommerpause der Knesset (israelisches Parlament) Ende des Monats annektieren solle.