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Sirenen-Alarm: Jeder zweite Österreicher tappt im Dunkeln

Sirenen-Alarm: Jeder zweite Österreicher tappt im Dunkeln
(FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

Wenn am 4. Oktober die Sirenen heulen, wissen viele Österreicher nicht, was zu tun ist. Nur 43 Prozent können das Signal „Alarm“ richtig deuten.

Am Samstag, 4. Oktober 2025, heulen zwischen 12:00 und 12:45 Uhr landesweit mehr als 8.000 Sirenen in Österreich. Der jährliche Zivilschutz-Probealarm dient nicht nur der technischen Überprüfung der Anlagen, sondern soll gleichzeitig das Bewusstsein der Bevölkerung für die unterschiedlichen Signale schärfen. Eine aktuelle Erhebung des Österreichischen Zivilschutzverbands offenbart erhebliche Wissenslücken: Lediglich 43 Prozent der Befragten können das Signal „Alarm“ annähernd richtig deuten, beim Signal „Entwarnung“ sind es sogar nur 27 Prozent. Besonders die Generation unter 30 Jahren weist signifikante Defizite im Verständnis der Warnsignale auf.

Andreas Hanger, Präsident des Österreichischen Zivilschutzverbands, unterstreicht: „Die Sirenen sind eine zentrale Säule unseres Warnsystems – doch nur wer die Signale kennt, kann im Katastrophenfall rasch und richtig handeln.“ Der jährliche Probealarm ist daher mehr als ein Test – er ist ein wichtiger Anlass zur Bewusstseinsbildung.

Die Bedeutung der Sirenen beschränkt sich keineswegs auf den jährlichen Probealarm. Im Alltag fungieren sie als essentielles Instrument zur Alarmierung der Feuerwehren, häufig in Verbindung mit zeitgemäßen digitalen Systemen. Bei Katastrophenereignissen – wie den Überschwemmungen des Vorjahres – kommen die Zivilschutzsignale gemeinsam mit dem AT-Alert-System (österreichisches Handy-Warnsystem) zum Einsatz, um die Bevölkerung umfassend und zeitnah zu informieren.

Mehrstufiges Warnsystem

Robert Mayer, Präsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbands, erläutert: „Für die Feuerwehren sind die Sirenen auch in der heutigen Zeit unverzichtbar.“ Neben modernen Systemen bieten sie eine zuverlässige und bewährte Möglichkeit rasch eine Alarmierung im Einsatzfall durchzuführen. Aber sie haben auch eine zweite, lebenswichtige Funktion: die Warnung der Bevölkerung. Deshalb ist es entscheidend, dass die Menschen die Bedeutung der unterschiedlichen Signale kennen und sich im Anlassfall richtig verhalten.

Das österreichische Warnsystem gilt europaweit als vorbildlich und basiert auf einem mehrstufigen Konzept. Während andere Staaten – darunter Deutschland – gegenwärtig massive Investitionen tätigen müssen, verfügt Österreich mit über 8.000 Sirenen ein flächendeckendes und regelmäßig gewartetes Sirenennetz, das mittlerweile durch innovative digitale Lösungen ergänzt wird. Seit dem vergangenen Jahr steht mit AT-Alert ein offizieller und kostenfreier Warnkanal zur Verfügung, der Warnmeldungen anonym und standortbezogen an alle empfangsbereiten Mobiltelefone übermittelt.

Wichtige Signale

„Sirenen und AT-Alert schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich perfekt,“ betont Zivilschutzpräsident Hanger. „Damit erreichen wir die Menschen über mehrere Kanäle gleichzeitig, zuverlässig und rasch.“

Die verschiedenen Signale umfassen die Sirenenprobe (15-sekündiger Dauerton), den Feuerwehralarm (dreimal 15-sekündiger Dauerton), die Warnung (gleichbleibender Dauerton von drei Minuten), den Alarm (auf- und abschwellender Heulton von einer Minute) sowie die Entwarnung (gleichbleibender Dauerton von einer Minute). Wer diese Signale kennt, kann im Ernstfall umgehend reagieren und weitere Verhaltenshinweise über Radio, Fernsehen, Internet oder AT-Alert einholen.

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KO KOSMO-Redaktion
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