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BALKAN

So sieht eine traditionelle Hochzeitseinladung aus

FOTO: (iStock/ AdamRadosavljevic)

Im Laufe der Zeit sind einige Bräuche verloren gegangen. Die moderne Gesellschaft drängt sich in den Vordergrund auch bei Hochzeiten, die früher ohne Tradition und Folklore nicht zu denken waren.

Dieser Brauch wird noch immer in Dörfern praktiziert:

Schnaps statt der Einladung

Feldflasche hat einen besonderen Platz im Haushalt und in der Tradition. Bei der Einladung zur Hochzeit kommt die Feldflasche zum Einsatz. In den südlichen Teilen Serbiens wird auch mit Wein angestoßen. Zuvor wird die Flasche mit einem Blumenkranz geschmückt, der mit der Zeit verwelkt; es wird aber nicht abgenommen bis der letzte Gast eingeladen ist. Ebenso wird sie mit einem Hochzeitstuch dekoriert, wenn ein Mann heiratet, und bei der Frau wird ein Taschentuch aus einem feinen Stoff übergezogen. Erst dann geht man von Haus zu Haus, um Verwandte, Nachbarn und Freunde zur Hochzeit einzuladen.

Der Trauzeuge wird als erstes eingeladen. Es gibt immer eine Person, die diese persönlichen Einladungen leitet. Sie trägt eine Feldflasche und eine Wolltasche und eine Geschenkkarte, meist in Begleitung. Es ist wichtig, dass dieselbe Person, die begonnen hat einzuladen, die Einladungen auch beendet.

Bedeutend ist auch, was genau beim Einladen geschieht. Bei der Ankunft im Heim wartet der Gastgeber und dann wird angestoßen, gefeiert und zur Feier eingeladen. Der Gastgeber trinkt aus der Feldflasche, stößt an und bestätigt damit die Einladung. Die Flasche wird mit Schnaps aufgefüllt, und die Gastgeberin nimmt Blumen aus ihrem Garten und schmückt sie zusätzlich. Außerdem erhält der Gast Geschenke in Form von: Geld, Kissen, Hemden, Steppdecken und vieles mehr.

FOTO: (iStock/undefined undefined)

Danach verlässt die einladende Person das Haus und geht weiter. Die Person kann keine weibliche Person sein, sondern normalerweise der Vater, Bruder oder Großvater. Dieser Brauch ist noch immer charakteristisch für den ländlichen Raum, während er in der Stadt verloren gegangen ist.

Ein interessanter Brauch ist, dass am Tag der Hochzeit ein Haus übrig bleibt, das als letztes zur Feier eingeladen werden soll. In der Regel ist es eine gut situierte Familie in gutem Verhältnis zum Gastgeber und dem Brautpaar.

Ein weiterer Brauch schreibt sogar vor, dass die Feldflasche im Haushalt nur dessen Mitglieder benutzen dürfen.

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