Start News Chronik Stadt Wien möchte den Gürtel-Pool kaufen
BIZZARE BEGRÜNDUNG

Stadt Wien möchte den Gürtel-Pool kaufen

(FOTO: gürtelfrische-west.at/ artvan - kurt van der vloedt)

Der Pop-up-Pool am Wiener Gürtel wurde für das Projekt „Gürtelfrische West“ zunächst von der Stadt gemietet. Doch Vizebürgermeisterin Hebein will nun eine Kaufoption überprüfen.

Seit 8. August wurde der Gürtel zu einer Freizeitoase mit Pool umfunktioniert, in dem man zwischen dem Inneren und Äußeren Gürtel gratis schwimmen gehen konnte (KOSMO berichtete). Seit diesem Montag ist der Pop-up-Pool am Wiener Gürtel Geschichte. Aktuell wird das Projekt abgebaut, ab Donnerstag ist die Kreuzung wieder für Autos freigegeben. 

Doch die Geschichte des umstrittenen Pools, ist damit noch nicht zu Ende. Er könnte nämlich bald wiederkehren. Denn die Stadt prüft nun, das mobile Schwimmbecken zu kaufen, wie die grüne Vizebürgermeisterin Birgit Hebein am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Bezirksvorstehern Markus Reiter aus Neubau (Grüne) und Gerhard Zatlokal aus Rudolfsheim-Fünfhaus (SPÖ) verkündete.  

Kaufoption bis Ende des Jahres
Zunächst wurde vereinbart, den Pool von den aktuellen Betreibern zu mieten, so Hebein. Jetzt habe man aber eine Kaufoption ausgehantelt. Die Stadt müsse sich bis Ende des Jahres entscheiden. Aktuell lasse sie rechtlich prüfen, ob man diese Option umsetzen könne. Was dies kosten würde, sei noch unklar, hieß es. Die Begründung, weshalb man überhaupt überlege, den Pool jetzt zu kaufen, lässt einige Kritiker ebenfalls stutzen: Viele andere Bezirke, aber auch Städte aus Deutschland, hätten Interesse am Pool angemeldet. Man sei dabei, herauszufinden, was „das Vernünftigste“ sei, so die Vizebürgermeisterin.

Rote Abteilung gegen rotes Projekt
Ebenfalls recht bizarr an der ganzen Geschichte: Auch innerhalb der SPÖ ist man sich uneinig, wie man zum Gürtelpool steht. Einer der Initiatoren, der rote Bezirkschef des 15. Bezirks, Gerhard Zatlokal, hatte geplant den Pool für weitere fünf Wochen im Auer-Welsbach-Park im 15. Bezirk aufzustellen.

Doch der Presse- und Informationsdienst (PID) im Rathaus, der dem roten Finanzstadtrat Peter Hanke untersteht, erteilte vergangene Woche der Verlängerung des Projekts eine Absage, indem er das dafür notwendige Budget von 80.000 Euro nicht frei gab. Eine rote Magistratsabteilung hat also einen roten Bezirkschef ausgebootet! Und nun bekommt Zatlokal ausgerechnet von Grünen-Chefin Hebein Unterstützung, der man in SPÖ-Kreisen wiederum vorwirft, sich mit dem Pop-up-Pool hervorzutun.  

10.000 Euro teurer als geplant
Die Vizebürgermeisterin und die Projektinitiatoren Markus Reiter (Grüne), Bezirkschef des Neubau, und der von Rudolfsheim-Fünfhaus, Gerhard Zatlokal (SPÖ), ziehen unterdessen eine positive Bilanz zur „Gürtelfrische“: Das Projekt wurde von 25.000 Besuchern frequentiert, der Pool wurde 15.000 Mal genutzt.

„Wir haben gezeigt, was alternative Stadtplanung möglich macht“, lobte Hebein das, wie sie sagte, erfolgreiche „Gesamtexperiment“. Die Gesamtkosten wurden heute mit 160.000 Euro angegeben. Das ist aber um 10.000 Euro mehr als veranschlagt. Die Initiatoren argumentieren dies damit, dass die Öffnungszeiten ausgedehnt worden seien. Bezahlt haben all diese Kosten die Bezirke Neubau und Rudolfsheim-Fünfhaus, die städtische Mobilitätsagentur und die Initiative Kunst im öffentlichen Raum (KÖR). 

Verkehrsberuhigung geplant
Der befürchtete Stau oder das von manchen prognostizierte „Verkehrschaos“ sei ausgeblieben, betonte Hebein. Dies habe sie zum Anlass genommen, in dem Bereich verkehrsberuhigende Maßnahmen zu überlegen. Sie habe bereits einen entsprechenden Planungsauftrag an die TU erteilt, berichtete die Ressortchefin. Dieser umfasse auch „Umbaumaßnahmen“, so Hebein.

Vorheriger ArtikelSchulstart: Ab wann man sein Kind zu Hause lassen muss
Nächster ArtikelNovak Đoković zieht um: Villa in Monaco hat ausgedient
Fragen oder Anregungen? Wir freuen uns auf Ihr Mail an redaktion[at]kosmo.at!