Ein harmloser Moment verwandelte sich in einen Albtraum, als eine Bioethanol-Kerze eine meterhohe Stichflamme auslöste und zwei kleine Mädchen schwer verletzte.
Eine zwei Meter hohe Stichflamme schoss plötzlich empor, als eine 63-jährige Frau in Retz eine Tischkerze anzünden wollte. Der Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag gegen 16.15 Uhr. Die Großmutter hatte versucht, eine mit Bioethanol betriebene Dekorationskerze in Betrieb zu nehmen, als es aus noch ungeklärten Gründen zu der gefährlichen Feuererscheinung kam.
Verletzte Enkelkinder
Die Seniorin aus dem niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn erlitt bei dem Unglück Verletzungen an der Hand. Weitaus schlimmer traf es ihre beiden Enkelkinder im Alter von drei und sechs Jahren. Die Mädchen wurden durch die Stichflamme so schwer verletzt, dass ein Lufttransport in Wiener Krankenhäuser notwendig wurde.
Die Rettungshubschrauber Christophorus 2 und 3 brachten die Kinder in die Klinik Donaustadt sowie ins AKH Wien.
Trotz der Schwere ihrer Verletzungen besteht für die beiden Mädchen keine Lebensgefahr.
Gefahr durch Bioethanol
Fachleute für Brandschutz warnen immer wieder vor den hohen Risiken im Umgang mit Bioethanol. Der als umweltfreundlich beworbene Brennstoff ist hochentzündlich und kann bei unsachgemäßer Handhabung zu gefährlichen Verpuffungen führen. Besonders kritisch ist das Nachfüllen: „Bioethanol sollte niemals in noch heiße oder gar brennende Geräte nachgefüllt werden“, betont das österreichische Brandschutzportal Fireguide.
Auch verschütteter Brennstoff stellt eine erhebliche Gefahr dar. Selbst kleinste Mengen können sich explosionsartig entzünden und wie im Fall der Familie aus Retz zu schweren Verletzungen führen. Verbraucherschützer empfehlen daher, Bioethanol-Feuerstellen grundsätzlich außer Reichweite von Kindern aufzustellen.
Für Familien mit kleinen Kindern raten Experten zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen wie Schutzgittern. Als Alternative zu flüssigem Bioethanol gelten spezielle Brennpasten, die das Risiko von ungewolltem Verschütten deutlich verringern und somit mehr Sicherheit bieten können.
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