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Suche nach Waffen: Plante Terrorgruppe einen Anschlag im Prater?

(FOTO: EPA-EFE/CHRISTIAN BRUNA/ iStock/Creativemarc)
(FOTO: EPA-EFE/CHRISTIAN BRUNA/ iStock/Creativemarc)

In einem Waldstücks bei Sieghartskirchen im Bezirk Tulln, Niederösterreich, werden derzeit Grabungen durchgeführt. Die Ermittler sind auf der Jagd nach einem vermuteten Waffenversteck der gefürchteten radikalislamistischen Organisation „Islamischer Staat Provinz Khorasan“ (ISPK). Dieser Schritt folgt auf die Entdeckung mutmaßlicher Anschlagspläne auf den Stephansdom in Wien, die kurz vor Weihnachten Aufsehen erregten.

Verhaftungen im Zuge der Ermittlungen

Die Aufdeckung der potenziellen Angriffspläne auf den Stephansdom sowie den Kölner Dom in Deutschland zog eine Reihe von Verhaftungen nach sich. Unter den festgenommenen Personen befinden sich ein 30-jähriger Tadschike, der zuletzt in Deutschland gemeldet war, ein zwei Jahre jüngerer Landsmann und dessen 27-jährige Ehefrau türkischer Herkunft, die nun in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in Untersuchungshaft sitzen.

Sieben Verdächtige im Visier

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen insgesamt sieben Beschuldigte wegen des Verdachts der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und der Planung terroristischer Anschläge. Eine Wohnung im Wiener Bezirk Ottakring, bewohnt von dem tadschikisch-türkischen Paar, steht im Zentrum der Ermittlungen. Sie diente offenbar als Knotenpunkt zur Organisation der vermuteten Terrorzelle.

Mobilisierung über soziale Netzwerke

Laut Berichten verkehrte in der Wohnung regelmäßig ein Vertrauter eines radikalen Predigers, der über Telegram und TikTok zu Gewaltakten gegen Ungläubige aufrief. Die besagte Wohnung bot darüber hinaus dem 30-jährigen Tadschiken Unterschlupf, wenn er sich in Wien aufhielt. Dieser war bereits früher von deutschen Sicherheitsbehörden observiert worden, insbesondere wegen seines auffälligen Interesses am Stephansdom, den er untypisch für Touristen filmte. Er prüfte auch auf Überwachungskameras und klopfte sogar die Wände ab.

Verbindungen über Grenzen hinweg

Im Zuge seiner Aktivitäten reiste der 30-Jährige auch nach Istanbul, wo von weiteren Mitgliedern der Terror-Gruppierung ausgegangen wird. Nach seiner Rückkehr nach Wien am 18. Dezember machte er zudem Aufnahmen vom Wiener Prater, was auf eine Ausweitung der potenziellen Anschlagsziele hindeuten könnte.

Doch die entscheidende Spur führten die ausgewerteten Handydaten der Verdächtigen zu einem abgelegenen Waldstück. Hier, so die konkrete Vermutung der Ermittler, könnten Waffen oder Sprengstoff versteckt sein, bereit, für verheerende Anschläge genutzt zu werden. Eine erste Suchaktion blieb erfolglos, doch die Hoffnung, hier Beweismaterial zu finden, das die Anschuldigungen gegen die Verdächtigen erhärten könnte, führt nun zur erneuten Suche.