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Kulturstreit

Thompson gegen die serbische Minderheit – Patriotismus oder Spaltung?

Thompson gegen die serbische Minderheit – Patriotismus oder Spaltung?
Foto: epa/ANTONIO BAT
3 Min. Lesezeit |

Ein Konzert in Vukovar sorgt für Streit: Zwischen Patriotismus und verletzten Gefühlen stehen sich Stadtrat und Minderheit unversöhnlich gegenüber.

Das Management von Marko Perkovic Thompson hat sich in einer offiziellen Stellungnahme klar positioniert: Jede Einteilung der Bevölkerung nach ethnischen Kriterien werde abgelehnt. Alle Einwohner Vukovars seien in erster Linie Bürger der Republik Kroatien.

„Wir unterscheiden nicht nach Nationalität und sprechen auch nicht von einer ‚serbischen Gemeinschaft‘ als eigenständiger Kategorie – sondern von kroatischen Bürgern, die in einer kroatischen Stadt und einem kroatischen Staat leben. Jeder hat das Recht auf seinen eigenen Musikgeschmack und seine persönliche Haltung. Wer diese Musik nicht mag, muss dem Konzert schlicht fernbleiben. Kultur und Musik sollten Menschen verbinden – und kein Anlass für neue Spaltungen sein“, heißt es in der Erklärung des Künstlerteams.

Konzert spaltet Vukovar

Ausgelöst wurde die Stellungnahme durch ein geplantes Benefizkonzert des populären Sängers in Vukovar, das die lokale Politlandschaft in scharfe Lager gespalten hat. Während Befürworter darin ein „Festival des Patriotismus“ erkennen, stoßen die Pläne bei Vertretern der serbischen Minderheit sowie bei der Vukovarer SDP auf entschiedene Ablehnung. Den unmittelbaren Anstoß zur öffentlichen Reaktion des Managements gab eine turbulente Debatte im Stadtrat, in der die Gemüter hochgingen.

Im Stadtrat meldeten sich mehrere Stimmen zu Wort, die das Konzert grundsätzlich in Frage stellten. Dejan Drakulic von der SDSS thematisierte die Verantwortung der Veranstalter und stellte rechtliche Schritte in Aussicht, sollten beim Konzert Symbole oder Liedtexte auftreten, die als Hassrede einzustufen seien. Srdjan Milakovic von der DSS schloss sich dieser Kritik an und erklärte, Thompsons Auftritte sowie alles, was mit seiner Person und seinem Werk verbunden sei, verletze die Gefühle und die Würde der serbischen Gemeinschaft in tiefer Weise.

Kruno Raguz, Vorsitzender der Vukovarer SDP, äußerte sich ähnlich: Die Einladung des Sängers sei unangemessen, da sie die Bürger zusätzlich traumatisiere und belaste.

Bürgermeister kontert

Bürgermeister Marijan Pavlicek trat der Kritik scharf entgegen. Milakovic hielt er dessen frühere kontroverse Aussagen zur Operation Oluja vor und verteidigte das Vorhaben mit Nachdruck: „Es wird ein Festival des Patriotismus sein – wie es die Heldenstadt Vukovar verdient. Alle, die kommen, werden im Geist der Gemeinschaft und des Patriotismus kommen, nicht im Geist des Hasses gegen irgendjemanden.“

Den Abschluss der Debatte gestaltete der stellvertretende Bürgermeister Srdjan Kolar, der der serbischen Minderheit angehört, in versöhnlicherem Ton: Trotz aller Vorbehalte werde er darauf bestehen, dass die Veranstaltung friedlich und ohne Zwischenfälle verlaufe – denn das liege im Interesse aller.

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KO KOSMO-Redaktion
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