Nach monatelangen Einschränkungen atmen Wiener Pendler auf: Die U4 fährt wieder durchgängig, doch die Erleichterung währt nur kurz – 2026 stehen bereits neue Sperren an.
Nach zweimonatiger Geduldsprobe können Wiener Pendler aufatmen: Die U4 verkehrt seit Anfang September wieder auf ihrer gesamten Strecke zwischen Wien-Hütteldorf und Wien-Heiligenstadt. Parallel dazu wurde auch die wichtige Schnellbahn-Verbindung zwischen Wien-Praterstern und Wien-Floridsdorf wieder in Betrieb genommen.
Die Stammstrecke (Hauptverbindung der S-Bahn) fungiert seit über sechs Jahrzehnten als unverzichtbare Verkehrsader für die Bundeshauptstadt und ihr Umland. Ein Ausfall dieser zentralen Verbindung würde den Verkehrsfluss in Wien massiv beeinträchtigen – daher waren die Instandhaltungsarbeiten trotz der damit verbundenen Einschränkungen alternativlos.
Die Baumaßnahmen im vergangenen Sommer hatten erhebliche Auswirkungen auf den Öffi-Verkehr. Wie der ORF meldete, konzentrierten sich die Arbeiten erneut auf die U-Bahn-Linie U4. Der Streckenabschnitt zwischen Wien-Schottenring und Wien-Friedensbrücke blieb zwei Monate lang vollständig gesperrt, um die mehr als 120 Jahre alte Tunneldecke grundlegend zu sanieren.
Während der U4-Sperre sorgten umfangreiche Ersatzmaßnahmen für Entlastung: Die Straßenbahnlinie E4 übernahm die Verbindung zwischen wichtigen Stationen, während die Linie D umgeleitet wurde und zwischen Nußdorf und Schottenring verkehrte. Die Wiener Linien verdichteten zusätzlich die Intervalle auf mehreren anderen Linien, um die Kapazitätsausfälle zu kompensieren.
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Auch für die S-Bahn-Sperre zwischen Praterstern und Floridsdorf etablierten die ÖBB ein durchdachtes Ersatzsystem: Zwei Buslinien sicherten die Verbindungen ab – die Linie SV900 bediente alle Haltestellen, während der Direktbus SV905 für schnellere Verbindungen sorgte. Als zusätzliche Serviceleistung akzeptierten die Wiener Linien während der Sperrzeit ÖBB-Tickets auf ausgewählten U-Bahn- und Straßenbahnabschnitten.
Weitere Bauarbeiten
Die Modernisierungsoffensive ist damit jedoch noch nicht abgeschlossen. Bereits 2026 steht die nächste Unterbrechung bevor: Im Abschnitt zwischen Wien-Schwedenplatz und Wien-Landstraße werden neue Gleisverbindungen installiert. Die Wiener Linien haben für dieses Vorhaben eine mehrwöchige Teilsperre der U4 angekündigt – detaillierte Informationen sollen Anfang 2026 folgen.
Die Probleme mit der Stammstrecke sind ebenfalls noch nicht gelöst. Ab September 2026 wird der Bereich zwischen Wien-Praterstern und Wien-Hauptbahnhof für 14 Monate außer Betrieb genommen, um Brücken und Viadukte zu renovieren.
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Abschluss 2027
Damit endet die Bauphase jedoch nicht: 2027 folgt eine etwa zweimonatige Sperre des Abschnitts zwischen Wien-Hauptbahnhof und Wien-Meidling.
Mit diesem letzten Baustein soll das umfangreiche Infrastrukturprojekt bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 vollständig abgeschlossen werden.