Wiens Kassen sind leer, die Preise steigen: Nach Jahren der Stabilität müssen Wiener künftig tiefer in die Tasche greifen – sowohl für Öffi-Tickets als auch fürs Parken.
Die Wiener Stadtverwaltung steht finanziell unter Druck und sucht nach Wegen, ihre Kassen zu füllen. Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) fordert angesichts der angespannten Haushaltslage Einsparungen von 500 Millionen Euro in den städtischen Ressorts. Parallel dazu prüft die Stadt intensiv Möglichkeiten zur Steigerung der Einnahmen. In den vergangenen Wochen wurde intensiv kalkuliert und verhandelt.
Das Ergebnis dieser Überlegungen liegt nun vor: Die Jahreskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel wird teurer. Diese Entscheidung verkündete Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Montag (1.9.) im Wiener Rathaus. Künftig kostet das Jahresticket bei einmaliger Zahlung 467 Euro, bei monatlicher Abbuchung steigt der Preis auf 506 Euro.
Die Preiserhöhung beendet eine über zehnjährige Phase der Preisstabilität: Seit der Einführung der legendären 365-Euro-Jahreskarte im Jahr 2012 blieb der Preis für das Wiener Öffi-Ticket mehr als ein Jahrzehnt lang unverändert. Die neue Tarifstruktur markiert somit die erste substanzielle Anpassung nach dieser langen stabilen Periode.
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Preiserhöhung begründet
„Also wir haben versucht, mit der Jahreskarte einen sehr starken Anreiz zu setzen. Das hat auch gut funktioniert“, erklärte Sima kürzlich in einem „Heute“-Interview. „Aber seitdem ist in diesem Bereich eigentlich gar nichts passiert preislich. Wir investieren wahnsinnig viel, wir bauen jetzt gerade drei Straßenbahnen aus, wir investieren in die neue U-Bahn.“ Also ich glaube, es ist verständlich, dass man nach so langer Zeit auch sagt, wir müssen auch jetzt da wieder einen Schritt setzen, damit das Gefüge irgendwie zusammenpasst“, führte die für die Wiener Stadtwerke verantwortliche Stadträtin aus.
Die von Sima erwähnten drei Straßenbahnprojekte sind bereits Realität: Mit 1. September 2025 gingen die Linie 12 (Verbindung der Bezirke 8, 9, 20 und 2), die Linie 27 (zwischen Strebersdorf und U2-Station Aspern Nord) sowie die Verlängerung der Linie 18 vom Stadion zur Stadthalle in Betrieb. Die Fertigstellung der neuen Strecke ist für Herbst 2026 geplant. Diese Infrastrukturmaßnahmen sollen Erreichbarkeit und Kapazität des Wiener Öffi-Netzes deutlich verbessern.
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Parkgebühren steigen
Ab dem 1. Jänner 2026 werden auch die Kosten für Parkpickerl und Parkscheine in Wien um 30 Prozent angehoben, wie Sima am Montag im Rathaus mitteilte. „Geht Richtung Erhöhung“ – Sima zu Öffi-Tickets, Parken.
Die angekündigten Maßnahmen zur Einnahmensteigerung, besonders durch höhere Preise im öffentlichen Nahverkehr und beim Parken, sind Bestandteil der finanziellen Strategie unter der Führung von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).
Diese Schritte werden als erforderlich dargestellt, um das städtische Budget zu stabilisieren und Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur zu finanzieren.