Die Arbeitslosigkeit in Österreich steigt weiter an – besonders Frauen und die Generation 50+ trifft es hart. Ein kleiner Lichtblick zeigt sich nur im Baugewerbe.
Die Arbeitslosenzahlen in Österreich verzeichneten im August einen Anstieg von 4,2 Prozent. Konkret waren 367.120 Menschen beim Arbeitsmarktservice registriert – davon 301.421 ohne Beschäftigung und 65.699 in Schulungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies einen Zuwachs von 14.864 Personen. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 7,0 Prozent, was einem Plus von 0,3 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Im EU-Vergleich liegt Österreich damit weiterhin über dem EU-Durchschnitt von 6,0 Prozent. Wien verzeichnete mit einem Anstieg von 4,8 Prozent einen etwas geringeren Zuwachs als der Bundesschnitt.
Besonders stark trifft die Arbeitslosigkeit laut AMS-Daten die Generation 50 plus mit einem Anstieg von 6,0 Prozent. Bei Frauen wuchs die Zahl der Arbeitssuchenden um 6,1 Prozent auf 142.598, während bei Männern ein Zuwachs von 3,7 Prozent auf 158.823 verzeichnet wurde. Unter den Wirtschaftssektoren leiden vor allem der Handel (plus 6,9 Prozent) und die Industrie (plus 6,7 Prozent). Ein leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe um 1,4 Prozent könnte nach AMS-Einschätzung als „erster Silberstreif am Horizont“ gedeutet werden.
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Die positive Entwicklung in der Bauwirtschaft führt das AMS auf die verstärkte Umsetzung öffentlicher Infrastrukturprojekte und eine erhöhte Nachfrage nach Sanierungsarbeiten zurück. Als einziger Wirtschaftssektor zeigt die Baubranche damit eine Gegentendenz zum allgemeinen Trend.
Düstere Prognosen
„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen lassen noch keine Trendumkehr am Arbeitsmarkt erkennen“, erklärte AMS-Vorständin Petra Draxl laut Aussendung am Montag. Sie betonte zudem, dass der Tiefpunkt bei der Arbeitsmarktentwicklung noch nicht erreicht sei. Das Wirtschaftsforschungsinstitut prognostiziert für das laufende Jahr eine Stagnation der Wirtschaftsleistung, nachdem die österreichische Wirtschaft bereits zwei Jahre in der Rezession steckt.
Die angespannte Konjunkturlage drückt weiterhin auf den heimischen Arbeitsmarkt.