Während Tausende Schüler in Ostösterreich ins neue Schuljahr starten, entbrennt ein heftiger politischer Streit um den Lehrermangel und die Bildungspolitik der Regierung.
Zum Schulbeginn in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland übt die stellvertretende Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen, Sigi Maurer, scharfe Kritik am Bildungsminister. Sie wirft Christoph Wiederkehr „offensichtliche Planlosigkeit“ vor, während die Schulen mit einem „dramatischen Lehrermangel“ in das neue Schuljahr starten. Das Bildungsministerium bleibe angesichts dieser Situation untätig, bemängelt Maurer.
„In der ZIB2 konnte der Minister nicht einmal beantworten, ob es überhaupt in jeder Klasse eine Lehrerin oder einen Lehrer geben wird. Eltern müssen ihre Kinder in Schulen schicken, in denen schlicht das Personal fehlt – das ist ein unhaltbarer Zustand“, so die grüne Bildungssprecherin.
Die Situation ist tatsächlich angespannt: Für das Schuljahr 2025/26 wurden österreichweit 6.555 Lehrerstellen ausgeschrieben, was rund 4.331 Vollzeitstellen entspricht. Allein in Wien waren knapp 2.000 Posten zu besetzen. Wiederkehr betonte allerdings in der „ZiB 2″, dass trotz der angespannten Personalsituation alle Unterrichtsstunden gehalten werden können und verwies auf einen Anstieg der Bewerbungen um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Kritik an NEOS-Vorschlägen
In ihrer Kritik nimmt Maurer auch Bezug auf bildungspolitische Vorschläge der NEOS. Besonders problematisch sieht sie die Forderung nach nachträglichen Kürzungen bei den Gehaltsabschlüssen für den öffentlichen Dienst.
„Das was vom Bildungsminister hängen bleibt, sind seine Vorschläge Lehrerinnen und Lehrern ihr Gehalt zu kürzen und sie zusätzlich zum Unterricht in der Sommerschule zu verpflichten. Wie will Christoph Wiederkehr mit solchen Ideen den Lehrberuf wirklich attraktiver gestalten und nachhaltig mehr Menschen dafür begeistern? Das grenzt an Realitätsverweigerung.“
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Fehlende Strategie
Besonders besorgniserregend findet die Grün-Politikerin, dass Wiederkehr offenbar keine langfristige Strategie gegen den Lehrermangel entwickelt habe. Das Bildungsministerium setzt jedoch auf mehrere Reformmaßnahmen: die Ausweitung des Quereinsteiger-Modells sowie die geplante Reduktion von Bürokratie im Schulwesen, um den Lehrberuf attraktiver zu machen.
Die Grünen fordern dennoch ein nachhaltiges Konzept zur Bewältigung der personellen Engpässe im Bildungsbereich und kritisieren, dass trotz steigender Bewerberzahlen die strukturellen Probleme im österreichischen Bildungssystem weiterhin ungelöst bleiben.