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INTERVIEW

Unitcargo: „Glaub an dich und sei fleißig!”

FOTO: Diva Shukoor

ERFOLG. Davor Sertić, mehrfach ausgezeichneter Gründer der internationalen Spedition „Unitcargo“ und Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wiener Wirtschaftskammer, spricht über seinen Weg vom Lehrling bis zum Chef, aber auch über das Geheimnis des Erfolgs in der Arbeit mit Lehrlingen.

Mit zwei Jahren kam er aus seiner Heimat Kroatien nach Österreich, um hier später als typisches Gastarbeiterkind in einer engagierten und fleißigen Familie aufzuwachsen. Die Eltern waren selbstständig in der Gastronomie und gründeten ihren eigenen Lebensmittelmarkt in der Shulgasse im 18. Bezirk. Wenn es um den Fleiß und die Ambition geht, waren gerade diese auch sein Vorbild. So verwundert es kaum, dass er sich sehr früh selbstständig machte. Heute ist Davor Sertić in seiner Branche ein bekannter Name, da er seit 2004 an der Spitze des internationalen Spediteursunternehmen „Unitcargo“ steht und zudem auch Obmann der Sparte Transport und Verkehr der Wiener Wirtschaftskammer (WKW) ist. Wie steinig der Weg am Anfang war und wie seine Ziele für die Zukunft aussehen, erzählte Sertić im KOSMO-Interview.

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KOSMO: Heute sind Sie als Unternehmer nicht nur in Österreich bekannt, da ihre Firma „Unitcargo“ im Korridor Skandinavien, Zentral- und Südeuropa mit 50 Ländern der Welt zusammenarbeitet. Neben dem Hauptfirmensitz in Wien gibt es Filialen in Rumänien, Bulgarien, Polen und in der Türkei. Wenn sie an ihre beruflichen Anfänge zurückdenken, was ist das erste, was Ihnen einfällt?
Davor Sertić: Alles begann nach der Matura, als ich Hochbau auf der HTL erfolgreich abgeschlossen habe. Aber damals reizte mich der Hochbau nicht und ich wollte ins Verkaufsmanagement einsteigen. So kam ich zur internationalen Transportfirma „LKW Walter“, die mir Einblicke in die Welt der Logistik gewährte. Dort konnte ich einiges lernen, vor allem in den geschäftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Balkan. Dabei half mir auch meine Muttersprache, die ich durch die Arbeit noch zusätzlich verbessern konnte. Das einfache Serbobkroatisch ist eben nicht ausreichend für geschäftliche Verhandlungen. Nach meiner Ausbildung blieb ich in der Firma ganze sieben Jahre und war in einer führenden Position in der Südosteuropa-Abteilung. Ich war schon sehr nahe, wieder befördert zu werden, aber meine Entscheidung war es, den Weg des selbstständigen Ökonoms zu gehen. So kam ich zum Unternehmen „Unitcargo“, das ich auch heute noch führe. Alles begann mit einem kleinem Büro, in einem Keller und einer Vision über eine große internationale Firma. Dann war der Traum plötzlich wahr geworden. Die Funktion in der Wiener Wirtschaftskammer als Obmann der Sparte Transport und Vekrehr ist nicht nur eine Ehre für mich, sondern auch die Krönung meiner Karriere.

Hatten Sie irgendwelche Schwierigkeiten bei ihrer eigenen Lehre?
Nein, die hatte ich nicht. Ich hatte eher das Glück von fachlich kompetenten und guten Leuten zu lernen. Aber jeder Lehrling muss sich der Tatsache bewusst sein, dass er eine Ausgabe für die Firma ist, die ihn seine Zukunft investiert. Da es sich hauptsächlich um junge Menschen handelt, ist es auch so, dass sie auch in der Firma zum Teil erzogen werden. Viele Lehrlinge sehen es aber als Ausbeutung an, weil sie weit weniger als ihre Firmenkollegen verdienen. Das sollte man aber nicht so betrachten weil Lehrlinge in erster Linie da sind, um zu lernen und das angelernte Wissen später im Beruf anwenden zu können. Und Lehrgeld gibt es ja auch.

LEHRE: „Wir investieren in die Lehrlinge mit der Hoffnung, dass sie eines Tages
in unserem Team zur weiteren Entwicklung beitragen.
Wir haben einige Beispiele dafür“.

Wie ist das Verhältnis von „Unitcargo“ zu Lehrlingen?
Unsere Lehrlinge kennen die Gehälter unserer Angestellten in Österreich, die sich alle nach dem Kollektivvertrag richten. Alleine mit diesem Schritt beweisen wir, wie sehr wie die Arbeit und die Zeit unserer Angestellten zu schützen wissen. Aber was Lehrlinge hier lernen, kann man sich nicht über Nacht aneignen. Wir investieren in die Lehrlinge mit der Hoffnung, dass einige von ihnen bei uns bleiben und als Teil des Teams zur Gesamtentwicklung beitragen. Es gibt einige gute Beispiele von Personen, die ihre Lehre bei uns gemacht haben und heute noch im Unternehmen für uns tätig sind.

Gibt es etwas, was sie in der Arbeit mit Lehrlingen gelernt haben?
Das Erste und Wichtigste ist das Vertrauen. Es ist sehr wichtig, dass sie z.B. als Ausbilder an die Person glauben. Es ist wichtig, dass sie davon überzeugt sind, dass es ein guter Mensch ist, der dieser beruflichen Aufgabe gewachsen ist.

FOTO: Diva Shukoor

Da ihre Firma international agiert, spielen sicherlich Fremdsprachenkenntnisse auch eine Rolle. Oder?
Absolut. Das ist ein wichtiger Bestandteil der ganzen Geschichte. Da wir mit einer großen Zahl von Ländern in der ganzen Welt arbeiten, sind wir nicht nur ein Multi-Kulti-Team, sondern müssen auch in mehreren Sprachen agieren. Da sind jegliche Fremdsprachenkenntnisse ein großer Vorteil und internationale Mitarbeiter sind natürlich erwünscht. Absichtlich sage ich nicht „Migranten“, da dieser Begriff für mich doch zu eingrenzend ist. Wir haben z.B. Angestellte aus dem Aserbaidschan, Kroatien, Serbien, der Türkei, aus Schweden und dem Kosovo. Sie sind für mich keine Migranten, sondern ein internationales Arbeitskollektiv.

Sie sind ein Gastarbeiterkind. Viele sehen gerade diesen Background als Hindernis für den Erfolg. Sie sind aber der lebende Beweis, dass so eine Karriere möglich ist…
Nichts ist unmöglich. Aber, wenn wir uns ehrlich sind, muss man sehr viel arbeiten. Das heißt, dass man sich vom Fortgehen und vom Partymachen trennen muss, vor allem im jungen Alter, in dem man sich als Persönlichkeit stabilisieren sollte.

ZIELE: „Wir wollen Unitcargo zu einem der führenden Unternehmen in der LKW-Branche machen.
Und das nicht nur in Österreich, sondern auf internationaler Ebene.“

Was steckt hinter Ihrer erfolgreichen Karriere? Gibt es ein Geheimrezept?
Glaub an dich und sei fleißig.

Wenn es um Fleiß geht, gehen sie mit Beispiel voran: Nach ihrem 30. Lebensjahr machten sie den Magister-Titel in den MBA Studien. Da sie sehr ambitioniert sind, stellt sich die Frage: Wie sieht es mit der weiteren Zukunft von „Unitcargo“ aus?
Wir wollen eines der führenden Unternehmen in der LKW-Branche werden − und zwar nicht nur in Österreich, sondern auch auf internationalem Niveau. Und das in allen Segmenten, die in unserem Geschäft wichtig sind.

Du hast die Wahl: Lehre oder „Unitcargo Academy”

„Unitcargo” bietet 10 verschiedene Lehrberufe an, aber auch verschiedene Ausbildungsangebote in folgenden Bereichen: IT, Controlling, Buchhaltung, Marketing, Design, usw. Im Unterschied zu den Lehrangeboten, die meist von der jüngeren Bevölkerung genutzt werden, ist die „Unitcargo Academy“ auch eine Chance für alle im Alter zwischen 25 und 30 Jahren, um eine entsprechende Ausbildungsstelle zu bekommen. Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte: job@unitcargo.at.