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INTERVIEW

Unsere Hoffnungen der österreichischen Medizin – Nenad Nikolić

FOTO: Igor Ripak

FACHÄRZTE. Ihre Wege und ihre Spezialisierungen sind unterschiedlich, aber eines ist ihnen allen gemeinsam: der Wunsch, anderen Menschen fachlich und menschlich zu helfen, aber auch die Entscheidung, ihren Beitrag zur österreichischen Medizin zu leisten.

KOSMO hat die Ehre, Ihnen diese bescheidenen jungen Leute als Vorbild und Beispiel vorzustellen. Nach Kanita Selimović-Nuhanović, wollen wir euch Nenad Nikolić vorstellen – Wissenschaftlicher Mitarbeiter im AKH – an der Universitätsklinik für Dermatologie.

LESEN SIE AUCH: Unsere Hoffnungen der österreichischen Medizin – Kanita Selimović-Nuhanović

  

FACHÄRZTE. Ihre Wege und ihre Spezialisierungen sind unterschiedlich, aber eines ist ihnen allen gemeinsam: der Wunsch, anderen Menschen fachlich und menschlich zu helfen, aber auch die Entscheidung, ihren Beitrag zur österreichischen Medizin zu leisten.

 

Von Kindheit an habe ich mich, wahrscheinlich unter dem Einfluss meiner Eltern, die Ärzte waren, für Biologie interessiert. Darum habe ich auch an Schulwettbewerben und Seminaren teilgenommen. Später, während des Studiums habe ich mich für Molekularmedizin entschieden, also für den Bereich, der sich mit der biologischen Forschung in der Medizin beschäftigt. Daher arbeite ich derzeit im AKH bzw. in seiner Universitätsklinik für Dermatologie, wo ich die möglichen positiven Einflüsse eines Antiseptikums auf die Heilung von Wunden der menschlichen Haut auf molekularem Niveau untersuche, denn frühere klinische Studien haben das nahegelegt. Dies ist die erste Untersuchung dieses Typs bei der Testung dieses Antiseptikums“, stellt sich uns der junge Wissenschaftler Nikolić vor.

„Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit,
sondern auch ein Zustand physischen, mentalen und sozialen Wohlbefindens.“

Er kam 2009 nach Wien und besuchte zuerst einen Deutschkurs. Dann begann er mit seinem gewünschten Studium. „Die Wissenschaften sind in Serbien leider in einem sehr schlechten Zustand. Es bestehen großer Mangel an Forschungsmitteln und schlechte Arbeitsbedingungen, von den Beschäftigungschancen gar nicht zu reden. Viele Kollegen, die in Serbien Molekularbiologie studiert haben, finden keine Arbeit. Hier gibt es doch viel mehr Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeit an verschiedenen Projekten und in pharmazeutischen Betrieben. Die interessante Geschichte, die Nähe zur Heimat, aber auch die nicht unwesentliche Tatsache, dass Wien ein Balkan im Kleinen ist, sind das, was es für das Leben und die Ausbildung attraktiv macht“, begründet dieser junge Wissenschaftler sehr charmant seine Wahl.

FOTO: Igor Ripak

Aber welche Motivation hat ihn auf diesen Weg „per aspera ad astra“ geführt? „Im Ausland müssen Sie alles geben, um erfolgreich zu sein. Meine größte Motivation war und ist, dass sich der Einsatz hier auszahlt und gewürdigt wird“, gibt uns der junge Wissenschaftler Nikolić eine klare Analyse, obwohl auch er, wie alle Bildungsmigranten, einen steinigen Weg durch die österreichische Bürokratie durchlaufen und sprachliche Hindernisse überwinden musste, bis er die deutsche Sprache mit Hilfe der Zeit, des eigenen Einsatzes und seiner Beharrlichkeit beherrschte. Der junge Wissenschaftler Nikolić erforscht und testet für uns alle engagiert „Medikamente“, aber wer oder was ist seine Medizin? „Ärztliche Ratschläge erhalte ich vor allem von meinen Eltern, die darin Experten sind, aber sicher auch mein Bestes wollen. Meine Medizin ist vor allem die Familie und die Menschen, die mir lieb sind, die mir Liebe, Unterstützung, aber auch die nötige Kritik geben, damit ich bleibe, was ich bin, aber auch besser werde“, verrät uns der junge Wissenschaftler Nikolić.