Mit gezieltem Schnabelpicken machte ein verletzter Kormoran auf sich aufmerksam – direkt an der Glastür einer Bremer Notaufnahme. Der ungewöhnliche Patient brauchte dringend Hilfe.
Ein Kormoran klopfte am Sonntagnachmittag buchstäblich an die Tür der Notaufnahme im Klinikum Links der Weser in Bremen. Der Wasservogel machte sich durch gezieltes Picken gegen die Glasscheibe der Eingangstür bemerkbar, wie die Bremer Feuerwehr später mitteilte. Für das Klinikpersonal war dieser selbständig erschienene Patient sicherlich eine unerwartete Überraschung.
Der Grund für den ungewöhnlichen Klinikbesuch war ein dreifacher Angelhaken, der sich im Schnabel des Tieres verfangen hatte, wie die „Bild“-Zeitung berichtete. Kormorane – diese schwarz glänzenden Wasservögel mit ihrem charakteristischen langen Hals, keilförmigen Kopf und hakenförmigen Schnabel – gelten als hervorragende Taucher. Ihre smaragdgrünen Augen sind ebenso markant wie ihre Tauchfähigkeiten.
Ein im Schnabel festsitzender Angelhaken stellt für diese Vögel eine lebensbedrohliche Gefahr dar, die zu Infektionen, starken Schmerzen oder sogar zum Verhungern führen kann. Wenn sich ein Kormoran in verletztem Zustand Menschen nähert, deutet dies meist auf eine extreme Notlage hin.
Erfolgreiche Rettung
Die alarmierten Feuerwehrkräfte trafen auf einen erstaunlich ruhigen Vogel, der sich widerstandslos hochnehmen ließ. In gemeinsamer Anstrengung gelang es den Feuerwehrleuten und dem medizinischen Personal der Notaufnahme, den gefährlichen Angelhaken zu entfernen und die Wunde zu versorgen.
Nach der erfolgreichen Behandlung wurde der gefiederte Patient in der Parkanlage des Krankenhauses wieder in die Freiheit entlassen.