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BALKAN

Vucic befürchtet neuen Balkankrieg

FOTO: EPA-EFE/ MARKO DJOKOVIC

In seinem Auftritt beim beliebten Sender TV Pink sprach Serbiens Präsident Aleksandar Vucic über die neuerliche Gedenkfeier anlässlich des 27. Jahrestages des Völkermords in Srebrenica sowie über die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien.

Vucic erinnerte daran, dass er sich bereits 2015, vor sieben Jahren, vor den Opfern in Srebrenica verbeugt hatte und diese Geste von manchen als Provokation dargestellt wurde. Im Hinblick auf die heuer stattgefundene Gedenkfeier meinte Vucic, dass er offenbar nicht willkommen war und daher auch von einer Erklärung abgesehen habe.

„Ich nahm an der Gedenkfeier nicht teil, weil ich nicht willkommen bin. Es geht offenbar nicht darum, dass wir den Opern Respekt erweisen, sondern um die juristische Formulierung, die manche als Grundlage für ihre weiteren Schritte in Zukunft sehen, und das ist die Abschaffung der Republika Srpska. Es geht nicht um Respekt und Emotionen, es geht darum, dass manche glauben, auf dieser Basis die Zukunft gestalten zu können. Ich werde immer meinen Respekt vor den Opfern zeigen“, meinte Vucic.

FOTO: EPA/VALDRIN XHEMAJ

Damit in Zusammenhang erwähnte Vucic den Völkermord an den Serben im kroatischen KZ Jasenovac während des Zweiten Weltkrieges und meinte, dass eine jegliche Erklärung anlässlich des Jahrestages von Srebrenica, die das „magische Wort“ (Völkermord) nicht beinhaltet, zum Anlass für schlimmste Angriffe gegen Serbien genommen worden wäre.

„Das ist ein schwerer Tag, ein objektiv betrachtet sehr schwerer Tag, an dem ein fürchterliches Verbrechen gegen die Bosniaken begangen wurde. Ich denke, dass wir am Balkan viele schwere Tage im Jahr haben, und damit in Zusammenhang einige Probleme und viele unterschiedliche Sichtweisen. Es gibt vieles, das wir verändern müssen. Dieses Jahr war das noch klarer und deutlicher zu sehen, als damals am 20jährigen Jahrestag von Srebrenica. Die mediale Kampagne war stärker und, ich würde sagen, es wurde mehr Hass gegen die Bevölkerung Serbiens geschürt.“

Zudem stehe die Gedenkfeier in Srebrenica im Schatten eines „Weltkrieges“, in dem sich der kollektive Westen in einem Stellvertreterkrieg gegen Russland befinde, was große Umwälzungen am Balkan zur Folge habe.

„In Anbetracht dieser Umstände kommt es natürlich zu Umwälzungen in dieser Region und die Lage ist nicht einfach. Es hat den Anschein, als würden alle am Balkan eine zweite Halbzeit erwarten, und zwar mit viel Leidenschaft und Hass. Das müssen wir um jeden Preis verhindern. Nicht weil wir die Schwächeren sind, das ist nicht der Fall, sondern weil es das zu verhindern gilt“, meinte Vucic.