Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Wettbewerbskrise

200.000 Auto-Jobs könnten verschwinden: Branche schlägt Alarm

200.000 Auto-Jobs könnten verschwinden: Branche schlägt Alarm
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

200.000 Jobs, Milliarden an Subventionen, ein Kontinent unter Druck – Europas Autoindustrie kämpft um ihre Zukunft.

Europas Autohersteller schlagen Alarm. Der Druck durch günstige Fahrzeuge aus China wächst, und auf der Pariser Automesse machten Volkswagen und Stellantis unmissverständlich klar, dass sie von der EU konkrete Unterstützung für die heimische Industrie erwarten. Volkswagen-Chef Oliver Blume brachte die Forderung auf den Punkt: „Wir wollen offene Märkte, aber unter den gleichen Marktbedingungen.“

Wie gravierend die Lage ist, zeigt eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger: Bis 2031 könnten in der deutschen Automobilindustrie rund 200.000 Arbeitsplätze wegfallen. Chinesische Hersteller haben ihren Marktanteil bei Hybridfahrzeugen in Europa bereits auf 14 bis 25 Prozent ausgebaut – begünstigt durch staatliche Subventionen und deutlich niedrigere Produktionskosten in China.

Ob eine Beschränkung chinesischer Importe tatsächlich neue Jobs in Europa schaffen würde, ist unter Experten umstritten. Für österreichische Zulieferer, die eng mit der europäischen Fahrzeugproduktion verflochten sind, steht bei dieser Debatte jedenfalls viel auf dem Spiel.

Europäische Souveränität

Stellantis-Chef Antonio Filosa rückte in Paris eine grundsätzlichere Dimension in den Vordergrund: „Es geht um die europäische Souveränität.“ Neben dem Konkurrenzdruck aus Fernost belasten hohe Strom- und Materialkosten die europäischen Produzenten zusätzlich.

Als ein mögliches Instrument zur Stärkung der Inlandsproduktion werden sogenannte Supercredits diskutiert, mit denen lokale Fertigung gezielt belohnt werden könnte. Österreichische Unternehmen bangen derweil um ihre Aufträge – allen voran das Magna-Werk in Graz-Liebenau, das in der heimischen Zulieferkette eine zentrale Rolle einnimmt.

Kooperationen mit chinesischen Herstellern bieten zwar gewisse Chancen, können den Rückgang europäischer Produktion aber allenfalls abfedern, nicht kompensieren. Peugeot-Chef Alain Favey appellierte in diesem Zusammenhang auch an die Konsumenten: „Wer einen Peugeot kauft, gibt einen Beitrag zum europäischen Wohlstand.“

Industriepolitische Grundsatzfrage

Für die EU stellt sich damit eine industriepolitische Grundsatzfrage: Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie stärken, ohne den Freihandel grundsätzlich in Frage zu stellen?

Die Antwort darauf hat weitreichende Konsequenzen – nicht nur für Millionen Beschäftigte in der Branche, sondern auch für den technologischen Anschluss Europas und seine Stellung im globalen Markt.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen