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Vučić bestätigt: 11 Leichen von Kosovo-Albanern in Massengrab gefunden

(FOTOS: zVg.)

Der serbische Präsident bestätigte am Mittwoch den Fund von elf Leichen von Kosovo-Albanern in einem Massengrab in Kiževak in der Nähe der südlichen Stadt Raška. Vučić bestritt jedoch, dass Serbien versucht habe, sie zu verstecken.

In einer Pressekonferenz vom Mittwoch sagte Präsident Aleksandar Vučić, dass in Serbien bisher insgesamt 21 mutmaßliche Massengräber untersucht wurden und dass „wir an vier der 21 Orte die Leichen von vermutlich getöteten Albanern gefunden haben“ und weiter: „Wir haben nichts versteckt.“ Serbiens Präsident bezieht sich in der Aussage auf den Massengrabfund in Kiževak im November vergangenen Jahres. Damals hüllte sich die serbische Regierung in Schweigen zu dem Fund.

Das in Kiževak gefundene Massengrab ist der fünfte Ort dieser Art, der seit dem Ende des Kosovo-Krieges vor 22 Jahren in Serbien entdeckt wurde. Vučić: „Der letzte Ort ist Kiževak, und dort wurden die Überreste von 11 Leichen gefunden, zwei Leichen wurden untersucht, eine DNA-Analyse ergab, dass es sich um Kosovo-Albaner handelte, und wir informierten sowohl die Kosovo-Albaner als auch die internationale Gemeinschaft, damit deren Angehörige informiert werden konnten.“

Vučić nannte neun weitere Orte, an denen Belgrad die Behörden von Priština gebeten hatte, nach den Leichen getöteter Kosovo-Serben zu suchen. Allerdings behauptet er, dass bisher nichts unternommen worden sei.

Der serbische Präsident hielt seine Pressekonferenz genau einen Tag nach seinem Treffen mit dem kosovarischen Premierminister Albin Kurti ab, mit dem er den Kosovo-Serbien-Dialog wiederaufgenommen hat. Vermisste Personen waren eines der Themen des Treffens, das jedoch ohne Einigung endete.

Das Massengrab im Kiževak-Steinbruch wurde im November entdeckt, nachdem Luftaufnahmen zeigten, wo die Leichen vergraben sein könnten. Die Fundstelle nahe der Stadt Raška liegt unweit der Miene Rudnica, wo 2013 ein Massengrab mit den Überresten von 52 Kosovo-Albanern gefunden wurde, die im Krieg 1998-99 getötet wurden.

Im Jahr 2014 verurteilte der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag den ehemaligen hochrangigen serbischen Polizeibeamten Vlastimir Đorđević zu 18 Jahren Gefängnis, unter anderem wegen seiner Rolle beim Vertuschen der Leichen ethnischer Albaner, die im Kosovo getötet wurden.

In Serbien wurden bisher über 900 Leichen in Massengräbern gefunden, aber kein serbisches Gericht hat jemals jemanden wegen Beteiligung an der Vertuschung verurteilt.

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