Eine Meerenge, Tausende Kilometer entfernt – und Kroatiens Teller könnten leer bleiben. Ein Experte zeichnet ein düsteres Bild.
Der ehemalige CEO von Podravka schlägt Alarm: Eine Blockade der Straße von Hormus hätte nach seiner Einschätzung weitreichende Folgen – nicht nur für die Treibstoffversorgung, sondern auch für die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Sollte der Konflikt über mehrere Monate andauern, hält er eine Inflationsspirale für wahrscheinlich. Er zählt zu jenen Fachleuten, die diese Krise für potenziell gravierender halten als alle bisherigen – und schließt auch das schlimmste Szenario für Kroatien nicht aus.
„Wenn die Versorgungsketten zusammenbrechen, werden wir weder für uns selbst noch für die Touristen Lebensmittel haben“, so die Warnung von Mrsic.
Kroatiens Agrarschwäche
Im Rahmen eines Auftritts beim Fernsehsender N1 übte er scharfe Kritik an der Agrarpolitik sämtlicher kroatischer Regierungen. Die heimische Landwirtschaft sei weder wettbewerbsfähig noch in der Lage, das Land aus eigener Kraft zu versorgen. Bei einer bewirtschafteten Fläche von einer Million Hektar hätten längst weitere 500.000 bis eine Million Hektar hinzukommen müssen – passiert sei das nicht.
Stattdessen diktierten Importe die Lebensmittelpreise, während die Exportleistung weit hinter den Möglichkeiten zurückbleibe. Mrsic stellte die Frage, warum Kroatien nicht imstande sei, sich bei Grundnahrungsmitteln wie Fleisch, Geflügel, Salat oder Karotten selbständig zu versorgen.
Forderung an die Regierung
Als unmittelbare Konsequenz fordert er die Regierung auf, die heimische Lebensmittelproduktion rasch hochzufahren – allen voran den Anbau in Gewächshäusern und Folientunneln, da sich auf diesem Weg in kurzer Zeit nennenswerte Mengen an Gemüse produzieren ließen.