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Teuerungswelle

Lebensmittelbranche warnt: Irankrieg treibt Lebensmittelpreise hoch

Lebensmittelbranche warnt: Irankrieg treibt Lebensmittelpreise hoch
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Der Irankrieg trifft Österreichs Lebensmittelbranche hart – und die Branche warnt: Das Schlimmste könnte erst noch kommen.

In der fünften Woche des Irankrieges macht sich auch in Österreichs Lebensmittelbranche wachsende Unruhe breit. Gestiegene Energiekosten, verteuerte Frachtraten, höhere Düngemittelpreise und zunehmend fragile Lieferketten erhöhen den Druck auf alle Glieder der Wertschöpfungskette – von den landwirtschaftlichen Betrieben über Verarbeitungsbetriebe und Logistikunternehmen bis hin zum Einzelhandel. Als unmittelbare Konsequenz werden höhere Verbraucherpreise erwartet, verbunden mit dem Risiko einer erneuten Lohn-Preis-Spirale, wie sie Österreich bereits in der Teuerungswelle nach dem Beginn des Ukraine-Krieges erlebt hat.

In der Branche kursieren Prognosen, wonach die Inflationsrate von derzeit zwei Prozent im ungünstigsten Szenario auf vier bis sechs Prozent klettern könnte. „Die nächste Krise hat uns schon jetzt fest im Griff“, sagt Katharina Kossdorff, Geschäftsführerin der Sparte Lebensmittelindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich.

Dieser Wirtschaftsbereich umfasst 200 Unternehmen mit insgesamt 27.500 Beschäftigten und steht für bekannte Marken wie Darbo, Manner, Stiegl oder Wiesbauer. Die Branche erwirtschaftet eine Gesamtwertschöpfung von zwölf Milliarden Euro, wovon zehn Milliarden auf den internationalen Export entfallen. Das Problem laut Kossdorff: Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit sinkt, detto die Exportmengen. Die Branche stagniert seit drei Jahren – und jetzt die nächste Energiekrise.

Kritik an Maßnahmen

Größter Verarbeiter landwirtschaftlicher Rohstoffe wie etwa Zuckerrüben ist in Österreich die Agrana. Ihr Vorstandsvorsitzender Stephan Büttner vertritt die Lebensmittelindustrie als Obmann in der Wirtschaftskammer Österreich. In dieser Funktion lobt er gemeinsam mit Kossdorff die Bundesregierung dafür, dass sie diesmal grundsätzlich entschlossen scheint, der Inflation entgegenzuwirken, anstatt sie wie zuvor ungebremst zu tolerieren. Einzelne Maßnahmen kritisiert er hingegen scharf – vom Anti-Shrinkflations-Gesetz über die Spritpreissenkung um zehn Cent für alle bis zur ebenfalls teuren, dem Einzelnen aber nur wenige Euro bringenden Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel.

„Warum Salz ein Grundnahrungsmittel ist, Zucker aber nicht, verstehe ich nicht. Wir haben die Steuersenkung nicht bekommen, aber trotzdem die Margenkontrolle“, sagt Büttner. Besonders scharf fällt seine Kritik am letzten Punkt aus. Im Rahmen der geplanten Margenkontrolle sollen alle betroffenen Unternehmen ihre Erträge der Bundeswettbewerbsbehörde melden, eine Preiskommission wertet die Daten anschließend aus und bewertet, ob es sich um legitime Gewinne oder krisenbedingte Übergewinne handelt. Büttner: „Für uns ist das absolut abzulehnen. Wir sind keine NGO.“

Offene Fragen

Zudem sei völlig offen, welche Gewinnkennzahlen konkret gemeldet werden müssten und nach welchen Kriterien zwischen zulässigen und unzulässigen Gewinnen unterschieden werden solle. „Da wird eine riesige Bürokratie aufgebaut. Man kann das nicht ernst nehmen“, so der Agrana-Chef. In stark konzentrierten Sektoren wie der Mineralölwirtschaft, wo in Österreich nur eine einzige Raffinerie betrieben werde, mache eine solche Kontrolle „vielleicht Sinn“. „Bei ganz normalem Wettbewerb ist das absolut falsch“, so Büttner.

Das eigentliche Kernproblem bleibe jedoch der kombinierte Anstieg bei Öl-, Gas- und Strompreisen. Allein die Transportkosten schlagen bei der Agrana mit rund 100 Millionen Euro jährlich zu Buche. Steigen diese infolge höherer Kraftstoffpreise um 15 bis 20 Prozent, hat das erhebliche Auswirkungen auf das Ergebnis.

Büttner: „Für die Abdeckung der Verluste in den letzten Jahren hat sich niemand bei mir gemeldet.“

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KO KOSMO-Redaktion
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