Ein Politiker will Kanister an Zapfsäulen verbieten – und damit eine Versorgungskrise abwenden, bevor sie eskaliert.
Damir Niksic, Abgeordneter im Repräsentantenhaus des Föderalen Parlaments, hat eine Initiative an das Handelsministerium der Föderation Bosnien und Herzegowina gerichtet. Darin fordert er ein generelles Verbot des Betankens von Kanistern – mit Ausnahmen etwa für landwirtschaftliche Betriebe. Darüber hinaus verlangt die Initiative eine vorrangige Kraftstoffversorgung für öffentliche Institutionen, Gesundheitseinrichtungen, Notdienste und den öffentlichen Verkehr.
Die Initiative erfolgt vor dem Hintergrund angespannter Kraftstoffmärkte in der Region: In Serbien gilt derzeit ein Exportverbot für Diesel und andere Kraftstoffe, unabhängig vom Transportmittel. Auch Slowenien hat reagiert: Dort wurden Rationierungen beschlossen, wonach Privatpersonen pro Tag maximal 50 Liter Benzin oder Diesel tanken dürfen, Unternehmen maximal 200 Liter pro Tag.
Reaktionen vor Ort
Berichte aus dem Feld zeigen, dass einzelne Tankstellen in Bosnien und Herzegowina bereits auf eigene Initiative reagiert haben. So wurde etwa in Buzim ein Fall dokumentiert, in dem eine Tankstelle das Befüllen von Kanistern selbständig untersagt hat. Wie das Portal Fokus.ba berichtet, handelt es sich dabei jedoch nach wie vor um Ausnahmen – die überwiegende Mehrheit der Tankstellen hat derartige Maßnahmen bislang nicht umgesetzt.
Die Ansicht, dass eine inhaltliche Prüfung der vorgeschlagenen Schritte den zuständigen Institutionen im Energiebereich obliegen sollte, wird in der Initiative ebenfalls festgehalten.