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Internationaler Welthurentag

Welthurentag: Die bittere Wahrheit vieler Balkan-Frauen in Österreich!

Welthurentag: Die bittere Wahrheit vieler Balkan-Frauen in Österreich!
FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Jedes Jahr am 2. Juni wird der Internationale Welthurentag begangen – ein Tag, der auf die Lebensrealität, Rechte und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen aufmerksam machen soll. Auch in Österreich nutzen Aktivistinnen, NGOs und Betroffene diesen Tag, um Missstände sichtbar zu machen und für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und rechtlichen Schutz zu kämpfen.

Der Welthurentag geht auf den 2. Juni 1975 zurück, als über 100 Sexarbeiterinnen in Lyon (Frankreich) eine Kirche besetzten, um gegen Polizeigewalt und Diskriminierung zu protestieren. Seither ist der Tag ein weltweites Symbol für den Kampf um Anerkennung und Menschenwürde in der Sexarbeit.

Zahlen und Fakten: Sexarbeit in Österreich

Laut Schätzungen der Plattform sexworker.at und der NGO LEFÖ (Verein zur Unterstützung von Migrantinnen) arbeiten in Österreich rund 6.000 bis 8.000 Personen im Bereich der Sexarbeit – die genaue Zahl ist schwer zu erfassen, da viele im informellen oder illegalisierten Bereich tätig sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

  • 90 Prozent der Sexarbeiter*innen in Österreich sind Frauen,
  • etwa 80–85 Prozenz davon sind Migrantinnen,
  • die Mehrheit stammt aus Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Nigeria.
  • Die stärksten Hotspots sind Wien, Graz, Linz und die Grenzregionen im Osten Österreichs.

Wer ist besonders betroffen?

Migrantische Frauen sind besonders vulnerabel – sie arbeiten oft unter unsicheren Bedingungen, sprechen wenig Deutsch und sind stärker von Ausbeutung, Abhängigkeit oder Behördenwillkür betroffen. Häufig haben sie keine andere Perspektive am Arbeitsmarkt und landen – legal oder illegal – in der Sexarbeit.

Die Coronapandemie hat die Situation weiter verschärft: Durch Ausgangsbeschränkungen und Bordellschließungen verloren viele ihr Einkommen, hatten jedoch keinen Zugang zu Arbeitslosenunterstützung oder Hilfspaketen. Viele arbeiteten daraufhin im illegalisierten Bereich, was den Zugang zu medizinischer Versorgung, rechtlichem Schutz und Sicherheit drastisch reduzierte.

Ein großer Teil der in Österreich tätigen Sexarbeiterinnen stammt aus dem Balkanraum, insbesondere aus Rumänien, Bulgarien und Serbien. Auch Frauen aus Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und Albanien sind vertreten, wenn auch in geringerer Zahl. Viele dieser Frauen kommen aus prekären wirtschaftlichen Verhältnissen und sehen in der Sexarbeit eine Möglichkeit, ihre Familien zu unterstützen oder sich ein besseres Leben aufzubauen. Sprachbarrieren, fehlender Zugang zu Bildung und rechtliche Unsicherheiten machen sie jedoch besonders anfällig für Ausbeutung und Abhängigkeiten.

Forderungen zum Welthurentag

Organisationen wie LEFÖ, SXA-Info und Amnesty International fordern:

  • Entkriminalisierung der Sexarbeit,
  • besseren Zugang zu Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen,
  • Anerkennung von Sexarbeit als reguläre Arbeit,
  • und Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Menschenhandel.

Auch die Polizei steht in der Kritik: Regelmäßige Kontrollen, Registrierungen und Aufenthaltsüberprüfungen werden oft als stigmatisierend und schikanös empfunden. Der Ruf nach einem menschenrechtsbasierten Zugang wird daher auch innerhalb juristischer und politischer Kreise laut.

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KO KOSMO-Redaktion
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