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Auswanderung trifft Arbeitsmarkt

Wer soll in Bosnien noch arbeiten? Unternehmen kämpfen um Mitarbeiter

Wer soll in Bosnien noch arbeiten? Unternehmen kämpfen um Mitarbeiter
(Symbolbild FOTO: iStock)
3 Min. Lesezeit |

In Sarajevo findet derzeit eine der größten Jobmessen des Landes statt. Hunderte offene Stellen treffen dabei auf Menschen, die einen neuen Job oder eine berufliche Perspektive suchen. Besonders gefragt sind Bauarbeiter sowie Beschäftigte im Tourismus.

Der Arbeitsmarkt in Bosnien und Herzegowina steht vor einem ungewöhnlichen Problem: Während viele Menschen weiterhin nach einer Beschäftigung suchen, klagen Unternehmen gleichzeitig über fehlende Arbeitskräfte. Genau hier soll die aktuelle Jobmesse „Gledaj sebi posla 2026“ ansetzen.

Die Veranstaltung findet am 3. und 4. September im Hotel Hills in Sarajevo statt. In diesem Jahr nehmen 140 Unternehmen teil – so viele wie noch nie seit Beginn der Messe. Sie präsentieren offene Stellen und suchen direkt vor Ort nach neuen Mitarbeitern.

Besonders Bau und Tourismus suchen Mitarbeiter

Der Bedarf ist dabei nicht auf eine einzelne Branche beschränkt. Besonders stark gesucht werden laut der Arbeitsmarktverwaltung des Kantons Sarajevo Arbeitskräfte im Baugewerbe. Auch Hotels, Gastronomiebetriebe und andere Unternehmen aus dem Tourismus- und Dienstleistungsbereich suchen dringend Personal.

Für Arbeitssuchende geht es bei der Messe nicht nur darum, Bewerbungen abzugeben. Besucher können direkt mit Arbeitgebern sprechen, sich über berufliche Möglichkeiten informieren und Unterstützung bei Lebenslauf und Bewerbung erhalten.

Warum immer mehr ausländische Arbeitskräfte kommen

Der zunehmende Arbeitskräftemangel beschäftigt Bosnien schon seit Jahren. Viele junge Menschen verlassen das Land auf der Suche nach besseren Verdienstmöglichkeiten – auch in Richtung Österreich, Deutschland und andere EU-Staaten. Gleichzeitig steigt in bestimmten Branchen der Bedarf an Personal.

Die Organisatoren wollen deshalb vor allem versuchen, heimische Arbeitskräfte stärker auf dem bosnischen Arbeitsmarkt zu halten. Amina Džonlagić von der Arbeitsverwaltung des Kantons Sarajevo erklärte, ein Ziel der Veranstaltung sei es, die heimische Arbeitskraft zu aktivieren und dadurch den Bedarf an ausländischen Arbeitskräften zu reduzieren.

Auch die Politik sieht die Messe als Möglichkeit, Arbeitgeber und Arbeitnehmer näher zusammenzubringen. Beim Auftakt am Donnerstag betonte der bosnisch-herzegowinische Föderationspremier Nermin Nikšić, dass die eigentliche Wirkung der Veranstaltung darin liege, wenn Arbeitssuchende konkrete Chancen erhalten und Unternehmen jene Mitarbeiter finden, nach denen sie teilweise seit Monaten suchen.

Ein Problem, das auch die Diaspora betrifft

Für die bosnische Diaspora ist die Entwicklung besonders interessant. Denn während viele Menschen aus Bosnien in Österreich, Deutschland oder der Schweiz arbeiten, versuchen Unternehmen im Heimatland gleichzeitig, die entstandenen Lücken zu schließen.

Ob solche Initiativen tatsächlich dazu beitragen können, Menschen im Land zu halten oder sogar Rückkehrer für eine Beschäftigung in Bosnien zu gewinnen, wird sich allerdings erst langfristig zeigen.

Fest steht: Die Rekordzahl von 140 teilnehmenden Unternehmen zeigt, wie groß der Bedarf an Arbeitskräften inzwischen ist.

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KO KOSMO-Redaktion
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