Plastische Chirurgie: Vom Ursprung bis heute!

GESCHICHTE

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Plastische Chirurgie: Vom Ursprung bis heute!

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Die plastische Chirurgie bildet einen Zweig der Medizin, der sich mit der Korrektur oder Rekonstruktion von menschlichen Körperteilen beschäftigt und ihnen ihre Funktionalität oder ihr normales Aussehen zurückgibt.

Obwohl die Schönheitschirurgie die bekannteste Form der plastischen Chirurgie ist, dient die plastische Chirurgie nicht unbedingt der Ästhetik, sondern umfasst auch viele andere Arten von Eingriffen. Zwar heißt es im Namen „plastisch“, jedoch kommt diese Bezeichnung aus dem Griechischen und bedeutet im Kontext der Chirurgie formgebend d.h. rekonstruierend.

Der Edwin Smith-Papyrus und Indien

Plastische Chirurgie
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Die plastische Chirurgie wird erstmals im Transkript eines antiken medizinischen Texts aus Ägypten erwähnt. Der Edwin Smith-Papyrus, der aus der Zeit zwischen 3000 und 2500 v. Chr. datiert, beschreibt die Operation einer gebrochenen Nase. Die Rekonstruktionstechniken wurden um das Jahr 800 v. Chr. in Indien weiterentwickelt, wo der indische Arzt Sushruta ca. 600 v. Chr. die Grundprinzipien der plastischen Chirurgie beschrieb. Nasenrekonstruktionen führte er mit Hilfe von Hautteilen aus der Stirn oder den Wangen durch.

Die Italiener als Urväter der plastischen Chirurgie

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Übersetzungen von Sushrutas medizinischen Akten fanden ihren Weg nach Italien, wo sie 1450 von Ärzten der sizilianischen Familie Branca studiert wurden. Bei der ersten Nasenplastik verwendeten sie Gewebe aus dem Oberarm. Im Jahre 1597 veröffentlichte der italienische Arzt Gaspare Tagliacozzi eine Arbeit, in der er eine neue Methode beschrieb. Tagliacozzi nähte den Arm eines Mannes an seine Nase an, um die Durchblutung des Gewebes sicherzustellen, solange die Haut des Arms von der Nase nicht vollständig angenommen worden war.

Die Anfänge der ästhetischen Chirurgie

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Als Ärzte wie Dr. Dieffenbach aus Deutschland Mitte des 19. Jahrhunderts in der Lage waren, anästhetische und antiseptische Mittel erfolgreich anzuwenden, wurden die Eingriffe der plastischen Chirurgie um vieles sicherer. Im Jahre 1896 führte Jacques Joseph erfolgreich die Korrektur von Segelohren bei einem Kind durch. Anschließend eröffnete er in Deutschland die erste Praxis für ästhetische Chirurgie, in der später auch die ersten Instrumente für viele Eingriffe, unter anderem auch für Rhinoplastiken, entwickelt wurden.

Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert

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Die schrecklichen Wunden der Soldaten des Ersten Weltkriegs bildeten eine neue Grundlage für die Entwicklung der plastischen Chirurgie. Dr. Harold Gillies entwickelte anhand der Behandlung Verwundeter innovative Techniken im Bereich der Gesichtsrekonstruktion, die er in nicht weniger als 11.000 Operationen anwendete. Ohne seine Methoden wäre die rekonstruktive Chirurgie heute nicht so weit fortgeschritten und viele halten ihn deswegen auch für den Vater der plastischen Chirurgie. In dieser Zeit wurde auch die erste Fachzeitschrift für plastische Chirurgie gegründet. Bis 1950 experimentierten die Ärzte – allerdings erfolglos – mit den Möglichkeiten der Brustvergrößerung unter Verwendung von Bienenwachs. Erst in den 60-er Jahren gelang zwei texanischen Chirurgen der Durchbruch mit der Entwicklung von Silikonimplantaten. Die Idee wurde durch Blutsäckchen inspiriert, die sie an weibliche Brüste erinnerten. In dieser Zeit gab es auch erste Versuche der Fettabsaugung, die jedoch erst in den 1980-er Jahren erfolgreich durchgeführt werden konnte.

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