Wien: Betrugsskandal in Balkan-Reinigungsfirma aufgeflogen

NEUE MASCHE

Wien: Betrugsskandal in Balkan-Reinigungsfirma aufgeflogen

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Betrugsfall Wiener Reinigungsfirma
(FOTO: iStockphoto)

Das österreichische Finanzministerium deckte einen großen Betrugsfall einer Reinigungsfirma auf, bei welcher vor allem serbische Staatsbürger beschäftigt sind.

Sozialbetrug, Schwarzarbeit, sowie Lohn- und Sozialdumping werden dem Wiener Unternehmen vonseiten der Finanz vorgeworfen. Nach einer anonymen Anzeige sind Reinigungskräfte in Wien und Niederösterreich kontrolliert und befragt worden.

Zwei Personen in Schubhaft
Es kam heraus, dass insgesamt 15 der 21 kontrollierten Arbeitnehmer über keine Arbeitsbewilligung verfügen und auch nicht bei der Sozialversicherung angemeldet waren. Außerdem soll die Wiener Reinigungsfirma auch die Identitäten ihrer Arbeitskräfte für illegale Arbeiter verwendet haben.

„Die Betrugsmasche mit den mehrfach verwendeten Identitäten ist neu für uns und zeigt, dass die Methoden der Betrüger immer ausgefeilter werden“
, erklärte der Leiter der Finanzpolizei Wien, Franz Kurz.

Zwei Reinigungskräfte ohne gültigen Aufenthaltstitel wurden von der Polizei in Schubhaft genommen.

Geschäftsführer „nur Platzhalter“
Bei dem offiziellen Geschäftsführer des Unternehmens handelt es sich um einen Slowenen, der bisher noch nicht verhaftet werden konnte, da sich dieser nicht im Land aufhalte.

Es wird vermutet, dass es sich beim slowenischen Firmenchef nur um einen Strohmann handelt: „Tatsächlich dürften zwei Serben – Vater und Sohn – die Fäden in der Hand haben, auch die meisten Reinigungskräfte sind serbischer Herkunft“, so der Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) in einer Aussendung.

Die Ermittlungen dauern noch weiter an. Nähere Details zum Fall sollen in Kürze folgen.