Dreizehn Messerstiche, ein dreijähriges Kind daneben – ein Angriff, der Wien-Donaustadt erschütterte. Nun fiel das Urteil.
Ein 46-jähriger Afghane ist in Wien zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden, nachdem er am 2. Mai 2016 in Wien-Donaustadt seine Ehefrau mit einem Messer schwer verletzt hatte. Die 44-jährige Frau überlebte den Angriff nur dank des beherzten Eingreifens ihrer erwachsenen Kinder.
Der Angeklagte hatte seiner Frau dreizehn Mal ein Taschenmesser in den Rücken gestochen, während sie auf dem Boden mit dem gemeinsamen dreijährigen Kind spielte. Hinweise auf Alkoholkonsum zum Tatzeitpunkt lagen vor; seine Verteidigerin Iris Augendoppler sprach vor Gericht von einer „emotionalen Überforderung“ ihres Mandanten.
Verdacht einer Affäre
Das Paar hatte mehr als drei Jahrzehnte lang außerhalb Wiens gelebt, bevor gesundheitliche Beschwerden der Frau einen vorübergehenden Aufenthalt in der Bundeshauptstadt erforderlich machten. In dieser Zeit fasste der Ehemann den Verdacht, seine Frau unterhalte eine Affäre mit einem Nachbarn – ein Misstrauen, das schließlich zur Eskalation führte.
Urteil nicht rechtskräftig
Das Landesgericht Wien befand den Mann des versuchten Mordes für schuldig und verhängte eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte die Tat als versuchten Ehrenmord gewertet, während die Verteidigung auf den Kontrollverlust des Angeklagten verwies. Für versuchten Mord sieht das österreichische Strafrecht einen Rahmen von zehn bis zwanzig Jahren oder lebenslange Freiheitsstrafe vor.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.