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Finanzdesaster

Wien verschuldet bis 2394: Rechnungshof schlägt Alarm

Wien verschuldet bis 2394: Rechnungshof schlägt Alarm
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2 Min. Lesezeit |

Die Zahlen alarmieren: Wiens theoretische Verschuldungsdauer steigt auf 370 Jahre. Der Stadtrechnungshof warnt, während die Stadtregierung die Berechnung relativiert.

Der Wiener Stadtrechnungshof hat eine beunruhigende Berechnung zur finanziellen Zukunft der Bundeshauptstadt vorgelegt. Demnach ist die theoretische Verschuldungsdauer von etwa 240 Jahren im Vorjahr auf rund 370 Jahre für das Finanzjahr 2024 angestiegen. Diese Kennzahl verdeutlicht, wie lange es bei unveränderter Finanzgebarung dauern würde, den aktuellen Schuldenstand abzubauen. Die Berechnung stützt sich auf den Saldo aus der operativen Gebarung und lässt künftige Entwicklungen außer Acht.

Die Finanzlage Wiens verschärft sich weiter durch die geplante Aufnahme zusätzlicher Kredite in Höhe von 3,2 Milliarden Euro im kommenden Jahr. Kritisch sieht der Stadtrechnungshof auch die Situation bei den Beamtenpensionen: Das tatsächliche Pensionsantrittsalter der städtischen Beamtinnen und Beamten liegt mit 60,33 bis 61,01 Jahren deutlich unter dem Regelpensionsalter von 65 Jahren.

Steigende Transferkosten

Zudem verzeichneten verschiedene Transferleistungen massive Kostensteigerungen – darunter die Wiener Linien mit einem Plus von 92,8 Prozent, die Allgemeine Sozialhilfe mit 65 Prozent Zuwachs, der Fonds Soziales Wien mit 44,5 Prozent sowie die Zuschüsse an städtische Krankenanstalten mit einem Anstieg von 36,2 Prozent.

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Politische Reaktion

In einer Stellungnahme relativiert Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) die Berechnungen des Stadtrechnungshofs. Sie bezeichnet die ermittelte Verschuldungsdauer als „technischen und fiktiven Rechenwert“, der zukünftige Entwicklungen nicht berücksichtige. Dieser Wert sage nichts über die tatsächliche Rückzahlungsfähigkeit oder die reale Finanzlage Wiens aus.

Die Ergebnisse des Stadtrechnungshofs werfen ein Schlaglicht auf die strukturellen Finanzprobleme Wiens und die wachsende Belastung durch steigende Ausgaben in verschiedenen Bereichen. Während die Prüfer mit ihren Zahlen Alarm schlagen, versucht die politische Führung, die Dramatik der Lage abzuschwächen und die methodischen Grenzen der Berechnungen zu betonen.

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KO KOSMO-Redaktion
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