Start NEWS CHRONIK Wiener Kindergarten-Zivi unter Missbrauchsverdacht
VERHAFTET

Wiener Kindergarten-Zivi unter Missbrauchsverdacht

Symbolbild (FOTO: iStockphotos)

Ein 26-Jähriger österreichischer Zivildiener sitzt in Ungarn wegen Kindesmissbrauchs in U-Haft. Der Mann war auch einige Monate in einem Kindergarten in Liesing tätig. Die Eltern wurden verständigt.

Am Donnerstag informierten die Wiener Kinderfreunde alle Eltern, die zwischen Juni 2018 und Jänner 2019 eines oder mehrere Kinder in der Einrichtung in Wien-Liesing hatten. Die Polizei habe den betreffenden Kindergarten darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein junger Mann, der in diesem Zeitraum dort tätig war, derzeit in Ungarn wegen Pädophilie-Verdachts in U-Haft genommen wurde.

Der in Untersuchungshaft sitzende 26-Jähriger ist von den ungarischen Behörden offenbar mit US-Hilfe geschnappt worden. Der Mann wird beschuldigt, zwei kleine Kinder missbraucht und von ihnen pornografische Aufnahmen ins Internet gestellt zu haben.

Der Österreicher „steht im Verdacht, in Ungarn zwei Minderjährige in seinem Familienumfeld sexuell missbraucht zu haben. Nun wird auch in Wien ermittelt. Näheres ist noch Gegenstand von laufenden Ermittlungen“, so Polizeisprecher Markus Dittrich zur „Heute“.

Mann soll Tat gestanden haben
Bei dem Verdächtigten soll es sich um einen in Wien lebenden Verwandten der beiden Kinder handeln. Laut der ungarischen Polizei hatte die US-Zentrale für verschwundene und ausgebeutete Kinder auf den Fall aufmerksam gemacht.

Mit deren Hilfe konnte das ungarische Nationale Fahndungsbüro ein fünfjähriges Kind identifizieren, dessen pornografische Aufnahmen im Netz zu sehen waren, sowie weitere Beweise dafür finden, dass der Mann auch ein Geschwister missbrauchte. Der Verdächtige soll seine Tat gestanden haben.

Wiener Kindergarten: Zivildiener hatte nie alleine Kontakt zu Kindern
Derzeit seien keine Übergriffe in Österreich bekannt. Der Verdächtige sei ausschließlich in der Küche des Kindergartens sowie bei Reinigungsarbeiten im Gebäude eingesetzt gewesen und habe nie alleine Kontakt zu den Kindern gehabt, versichert Kinderfreunde-Geschäftsführer Christian Morawek. Weil aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass der Zivildiener abseits des Kindergartens Kontakt zu Kindergartenkindern hatte, befrage nun die Polizei alle eventuell betroffenen Eltern.

Kindergarten bietet psychologische Betreuung an
Von Seiten der Kinderfreunde wurde am Donnerstag nicht nur sofort schriftlich und auch persönlich beim Abholen der Kinder informiert, sondern auch ein Elternabend für Anfang August angesetzt, bei dem auch Experten des Kinderschutzvereins „Die Boje“ anwesend sein werden. „Hier wird es, wenn erforderlich auch noch einen zweiten Termin geben. Zusätzlich werden wir den Eltern auch psychologische Hilfe anbieten, sollte das gewünscht sein“, so Morawek.