Wiens Finanzstadträtin greift durch: Jahresticket, Parkgebühren und Ortstaxe werden teurer. Die Milliardenbelastung der Stadtkasse zwingt zu unpopulären Maßnahmen.
Die neue Wiener Finanzstadträtin Barbara Novak hat eine Preiserhöhung für das 365-Euro-Jahresticket der Wiener Linien sowie für Parkgebühren angekündigt. Diese Maßnahmen werden notwendig, um den wachsenden Schuldenstand der Stadt zu bewältigen, der mittlerweile nahezu zwölf Milliarden Euro erreicht hat. In der ORF-Sendung „Wien heute“ erläuterte Novak, dass sowohl die Mobilitäts- als auch die Parkometerabgaben steigen werden. Die konkreten Erhöhungsbeträge stehen noch nicht fest und sollen in den kommenden Sommermonaten ausgehandelt werden.
Besonders bemerkenswert ist die geplante Erhöhung des Jahrestickets: Seit seiner Einführung 2012 kostet es unverändert 365 Euro – symbolisch einen Euro pro Tag. Nach mehr als einem Jahrzehnt Preisstabilität steht nun eine deutliche Anhebung im Raum. Im Zuge der aktuellen Budgetverhandlungen wird eine Erhöhung um 100 bis 150 Euro diskutiert, was zu einem Jahrespreis von bis zu 510 Euro führen könnte. Eine Preisgarantie für das Jahresticket besteht nur noch bis Ende 2026.
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Neben den Anpassungen im Mobilitätsbereich plant Novak auch eine deutliche Anhebung der Ortstaxe für Touristen in Wien. Für Tagesbesucher, die mit Bussen anreisen, wird ebenfalls an einer Regelung gearbeitet. Im Gegensatz zu Venedig wird Wien jedoch voraussichtlich keine Tagespässe oder -gebühren einführen.
Städtische Einnahmen
Zusätzlich rechnet die Stadtverwaltung mit höheren Ausschüttungen städtischer Unternehmen, darunter die Stadtwerke. Der laufende U-Bahn-Ausbau soll von den Einsparungsmaßnahmen zunächst unberührt bleiben und in der ersten Ausbauphase planmäßig fortgesetzt werden.
Bei den Parkgebühren deutet sich ebenfalls eine Anpassung an. Das Parkpickerl und die Parkometerabgabe wurden zuletzt 2022 erhöht und blieben seitdem preisstabil. Wie stark die Erhöhung ausfallen wird, ist noch Gegenstand der Verhandlungen.
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Kritik am Bund
In ihrer Rechnungsabschluss-Rede am Montag übte Novak scharfe Kritik am Bund und warnte davor, Wien finanziell „auszuhungern“. Sie verwies auf den erheblichen Rückgang der Einnahmen aus Bundesabgaben. Während die Hauptstadt 2024 noch 7,9 Milliarden Euro aus dieser Quelle erhielt, werden für das laufende Jahr etwa 500 Millionen Euro weniger erwartet. Novak fordert daher eine „Gegenfinanzierungspflicht“ für bundesweite Maßnahmen wie die Abschaffung der kalten Progression.