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WIR SIND STOLZ AUF

Wir sind stolz auf: Vegeta, das legendäre Allround-Gewürz

(FOTOS: Podravka)

Seit 1959 zählt Vegeta zu einem den beliebtesten Gewürze der Welt. In über 50 Ländern ist das Produkt des Unternehmens Podravka verbreitet. Entwickelt wurde das gelbliche Pulver in einem Labor in Koprivnica, von der Chemikerin Zlata Bartl, welche wegen ihrer Ustascha-Vergangenheit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Auf den ersten Blick scheint es so simpel: Ein bisschen Salz, Zucker, Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Zwiebeln, Sellerie, Petersilienblätter, Maisstärke und Geschmacksverstärker. Diese Zutaten sorgen dafür, dass Vegeta für scheinbar für jedes Gericht das perfekte Gewürz ist. Und doch wurde schon tausendfach versucht, das Produkt zu kopieren- jedes Mal ohne Erfolg. Das Rezept bleibt streng geheim, seit 60 Jahren. Auch wenn es herstellungs-mäßig vielleicht nicht die spektakulärste Schöpfung ist, zählt dieses Universal-Gewürz zu den bekannteste und erfolgreichste Balkan-Produkten weltweit.

Zu finden ist es überall auf der Welt: im amerikanischen Walmart, im britischen Tesco, in Micheael Jordans Restaurant, in Australien, Afrika, dem fernen und nahen Osten. In 50 Ländern weltweit lächelt der Koch mit französischem Schnurrbart von der blauen Verpackung mit dem Gemüse. Jährlich werden mehr als 25.000 Tonnen Vegeta verkauft und somit umgerechnet bis zu acht Milliarden Teelöffel zu verschiedenen Gerichten hinzugefügt. Insgesamt werden dadurch eine Milliarde Euro Umsatz für das kroatische Unternehmen Podravka gemacht.

FOTO: Podravka 1979

Zlata Bartl und die Anfänge
Angefangen hat alles im Jahr 1958 in den Podravka-Laboren unter der Leitung von Zlata Bartl, auch bekannt als ‘Teta Vegeta’. Bartl wurde 1920 in Sarajevo geboren und war nach ihrem Studium der Philosophie, Chemie, Physik und Mineralogie zunächst als Professorin an einer Mittelschule in ihrer Geburtsstadt tätig. Zu Zeiten des 2. Weltkriegs schloss sich Bartl der Ustascha-Jugend an. Nach dem Zusammenbruch des kroatischen Vasallenstaates NDH wurde sie verhaftet und zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Allerdings kam sie aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes relativ bald wieder frei. Einen guten Job zu finden, erwies sich durch ihren Ustascha-Aktivismus als schwierig, vor allem in Sarajevo. Ihr gut situierter Unternehmer-Onkel beschaffte ihr schließlich einen Job als Laborantin bei Podravka, in der kroatischen Stadt Koprivnica. Schließlich übernahm sie auch die Leitung.

Unter ihrem Kommando begann 1957 die Entwicklung und Produktion von Instantsuppen und 1958 die Produktion von Vegeta. “Sie war mürrisch, offen, aktiv, voller Energie. Ich liebte sie, weil sie mir immer ehrlich sagte, was sie dachte. Sie und Anica (ihre Kollegin) waren großartige Frauen und Experten, jede auf ihre Weise, und ich fand es besonders gut, dass sie völlig offen für das moderne Konzept der Entwicklung von Podravka waren und dass sie die Ernährung und die wissenschaftlichen Trends in der Lebensmittelproduktion respektierten “, erzählte der damals führende Mann des Unternehmens, Pavle Gaži.

Die Markteinführung des Produktes in der blauen Verpackung erfolgte 1959 in Jugoslawien. Es wurde zunächst unter der Bezeichnung Vegeta 40 vertrieben. Schon im Jahr 1964 wurde die unglaubliche Produktionsmarke von 1000 Tonnen geknackt. Der unglaubliche Erfolg des Produktes und des Unternehmens sorgte für ein wirtschaftlichen und sozialen Boom: Podravka entwickelte eine neue Produktionszweige, unterstützte soziale Gemeinschaften, finanzierte Bauprojekte usw. Die Stadt in der pannonischen Tiefebene blühte auf zu einem Ort des komfortablen Lebens und des Wohlstandes. Für Podravka und Vegeta hat die Erfolgsgeschichte bis heute kein Ende gefunden.

Foto: Zlata Bartl, 1962

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