Zecken sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Der Gemeine Holzbock, die mit weitem Abstand häufigste europäische Zeckenart, überträgt Krankheiten wie Lyme-Borreliose. Vorsicht ist geboten!
Der Gemeine Holzbock, wissenschaftlich als Ixodes ricinus bekannt, gehört zu den Spinnentieren und zählt zur Ordnung Ixodida, Unterklasse Acarina. Diese Zeckenart ist in Europa weit verbreitet und stellt ein wachsendes Gesundheitsrisiko dar, da sie zahlreiche Infektionskrankheiten übertragen kann. Nur Mücken sind als Krankheitsüberträger noch häufiger.
Zecken sind vor allem in hohen, unbewirtschafteten Grasflächen und üppigem Grün zu finden, wo sie auf Grashalmen auf ihre Wirte warten. Mithilfe von Chemorezeptoren erkennen sie Menschen oder Tiere durch chemische Verbindungen wie Kohlendioxid und Milchsäure.
Zecken werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: weiche Zecken (Argasidae) und harte Zecken (Nuttalliellidae und Ixodida). Diese Parasiten leben auf der Haut von Menschen, Haustieren und Wildtieren und sind in verschiedenen Umgebungen wie Wäldern, Wiesen und sogar in gepflegten Parks anzutreffen. Das Risiko einer Infektion steigt, je länger die Zecke am Wirt verbleibt.
Zeckenaktivität und Ernährung
Die Aktivität der Zecken variiert saisonal, mit einem Höhepunkt im Frühling und Spätherbst, besonders bei hohen Temperaturen in den Monaten Mai und Juni. Als kleinste spinnenartige Gliederfüßer besitzen sie einen sackförmigen Körper und spezialisierte Mundwerkzeuge, die ihnen das Anhaften an der Haut, Stechen und Blutsaugen ermöglichen.
Zecken ernähren sich unbemerkt vom Blut ihrer Wirte, was ihr Körpergewicht erheblich steigert. Nach einer Blutmahlzeit legt das Weibchen bis zu 4000 Eier, aus denen Larven schlüpfen, die dann neue Wirte suchen.
Der Gemeine Holzbock kann Krankheiten wie Ehrlichiose, Anaplasmose, Lyme-Borreliose und Babesiose auf Haustiere übertragen. Anzeichen einer Infektion sind Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit, weshalb ein Tierarztbesuch empfohlen wird.
Zecken verstecken sich häufig im Gras, auf Bäumen und Sträuchern. Ein Zeckenbiss verursacht meist keinen Schmerz oder Juckreiz, weshalb es wichtig ist, nach Aufenthalten in der Natur Haut und Kopf gründlich zu untersuchen. Auch für Haustiere ist diese Vorsichtsmaßnahme ratsam. Impfungen gegen Piroplasmose und Lyme-Borreliose können das Infektionsrisiko reduzieren.
Krankheitsübertragung und Vorsorge
Zecken sind Überträger verschiedener Krankheiten, insbesondere durch das Bakterium Borrelia burgdorferi, das Lyme-Borreliose verursacht. Erste Anzeichen sind ringförmige Rötungen an der Einstichstelle.
Weitere durch Zecken übertragene Krankheiten sind die Zecken-Meningoenzephalitis und das Krim-Kongo hämorrhagische Fieber. Bei einem Zeckenbiss sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Obwohl Zeckenbisse oft harmlos sind, können sie allergische Reaktionen und Krankheiten auslösen. Das Risiko einer Krankheitsübertragung steigt etwa zwei Tage nach dem Anhaften des Parasiten. Eine schnelle und fachgerechte Entfernung der Zecke ist wichtig, um Infektionen zu vermeiden.
Hausmethoden zur Entfernung sind nicht empfehlenswert, da sie das Infektionsrisiko erhöhen können. Nach der Entfernung sollte die Zecke zur Analyse geschickt werden, um eine Infektion mit Borrelia festzustellen.
Regelmäßige Untersuchungen von Haustieren auf Zecken, besonders an Kopf, Ohren, Hals und Brust, sind wichtig. Zecken können mit speziellen Werkzeugen oder durch einen Tierarzt entfernt werden. Zur Vorbeugung können Akarizide eingesetzt werden, die Zecken innerhalb von 48 Stunden abtöten.
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