Ein Mann ohne Schwimmkenntnisse, zwei Kinder in Seenot – was dann geschah, hat zwei Länder für immer verändert.
Im Sommer 2007 spielten sich an der Mündung des Piave nahe Jesolo Szenen ab, die sich in das kollektive Gedächtnis zweier Länder eingebrannt haben. Zwei Kinder gerieten in der Adria in akute Lebensgefahr. Dragan Cigan zögerte keinen Moment – obwohl er nicht schwimmen konnte, sprang er ins Wasser.
Die Kinder erreichte er. Sich selbst konnte er nicht mehr retten. Er ertrank in den Wellen.
Cigans Vermächtnis
Was Cigan in diesen Augenblicken antrieb, lässt sich kaum in Worte fassen. Ohne Schwimmkenntnisse, ohne Rettungsausrüstung, kämpfte er sich zu den Kindern vor und brachte sie ans Ufer. Dann riss ihn die Strömung fort.
Italien hat diesen Mann nicht vergessen. Posthum wurde Cigan mit der Goldmedaille für zivile Tapferkeit geehrt – einer der höchsten Auszeichnungen, die der italienische Staat für außergewöhnlichen Mut vergibt. In Jesolo trägt eine Straße bis heute seinen Namen: Via Dragan Cigan. Die Straßenbenennung erfolgte am 26. Juli 2009 in Cortellazzo an der Piave-Mündung.
Familie und Hilfe
Dragan Cigan wurde am 23. Mai 1976 in Čelinac in Bosnien und Herzegowina geboren
Zurück blieben seine Frau Dijana und zwei Töchter. Die Familie stand nach seinem Tod nicht allein: Solidaritätsaktionen ermöglichten unter anderem die Finanzierung einer Wohnung in Banja Luka.
Für die Töchter wurden Stipendien bereitgestellt, die ihnen den Weg in eine gesicherte Zukunft ebnen sollten.