Kaum gestartet, schon ein Renner: Österreichs neue Reparaturförderung zieht Hunderttausende an – doch ihre Zukunft ist ungewiss.
Die „Geräte-Retter-Prämie“, die seit Jänner als Nachfolger des ausgelaufenen Reparaturbonus beantragt werden kann, verzeichnet österreichweit bereits fast 100.000 eingereichte Förderanträge – ein Großteil davon wurde bereits ausbezahlt. Der staatliche Zuschuss von bis zu 130 Euro ist damit ähnlich erfolgreich gestartet wie sein Vorgänger.
Mit der Förderung sollen Haushalte dazu animiert werden, defekte Elektrogeräte reparieren zu lassen, anstatt sie zu ersetzen. Gefördert werden unter anderem Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Kaffeemaschinen, Staubsauger und Akkuschrauber. Neu in den Förderbereich aufgenommen wurde zudem der Bereich Pflege und Medizin: Auch Reparaturen von Rollstühlen, Pflegebetten, Beatmungsgeräten oder Blutdruckmessgeräten können nun gefördert werden.
Förderumfang reduziert
Die Förderung übernimmt 50 Prozent der anfallenden Reparaturkosten, wobei der Höchstbetrag pro Gerät bei 130 Euro liegt. Für die Erstellung eines Kostenvoranschlags können zusätzlich bis zu 30 Euro beansprucht werden. Laut Umweltministerium werden die meisten Bons für Kaffeemaschinen, Geschirrspüler, Laptops, Waschmaschinen und Backöfen ausgestellt.
Gegenüber dem früheren Reparaturbonus wurde der Förderumfang allerdings merklich reduziert: Fahrräder und E-Bikes, Smartphones sowie Luxus-, Wellness- und Unterhaltungsgeräte fallen nicht mehr unter die förderfähigen Kategorien.
Zukunft ungesichert
Umweltminister Norbert Totschnig wertet die rasch gestiegene Antragszahl als deutliches Signal für die Akzeptanz des neuen Modells. Die „Geräte-Retter-Prämie“ zeige bereits nach wenigen Tagen, dass Reparieren für viele Menschen eine attraktive Alternative zum Neukauf sei, erklärte er am Freitag in einer Aussendung.
Im Ö1-Interview räumte Totschnig (ÖVP) jedoch ein, dass eine Fortsetzung der Prämie über das Jahr 2026 hinaus noch nicht gesichert sei. „Die Budgetverhandlungen laufen noch“, heißt es aus dem Ministerium. Für die Geräte-Retter-Prämie sind laut Umweltministerium für die Jahre 2026 bis 2028 jeweils rund 30 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr budgetiert. Die erst heuer eingeführte Förderung könnte damit bereits in absehbarer Zeit wieder wegfallen und den laufenden Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.
Die Abwicklung der Förderung erfolgt ausschließlich über die offizielle Plattform.
Bereits in den drei vorangegangenen Jahren zählte der Reparaturbonus mit jeweils Hunderttausenden Anträgen zu den meistgenutzten Förderangeboten für private Haushalte in Österreich.