Serbien mobilisiert 20.000 Freiwillige für ein Großereignis – und macht dabei ein stilles Versprechen an die Welt.
Auf dem Gelände der Belgrader Messe ist dieser Tage der Startschuss für ein außergewöhnliches Vorhaben gefallen: Im Expo 2027 Playground wurde offiziell die größte Freiwilligenkampagne in der Geschichte Serbiens ins Leben gerufen. Die Expo 2027 Belgrad, die vom 15. Mai bis 15. August 2027 unter dem Motto „Spiel für die Menschheit“ stattfinden wird, rückt damit ein Stück näher – und mit ihr der Anspruch, die Welt als gastfreundliches Serbien zu empfangen.
Der erste stellvertretende Ministerpräsident und Finanzminister Sinisa Mali ließ es sich nicht nehmen, die Kampagne persönlich zu eröffnen. Für ihn ist die Expo eine historische Gelegenheit, die man nicht ungenutzt verstreichen lassen dürfe. Um 137 teilnehmende Nationen und Millionen von Besucherinnen und Besuchern in 93 Ausstellungstagen würdig zu empfangen, brauche es mehr als Infrastruktur – es brauche Menschen.
„Für die erfolgreiche Organisation dieser Veranstaltung brauchen wir 20.000 Freiwillige. So viele Menschen sind notwendig, damit wir uns als echte Gastgeber zeigen können“, sagte Mali. Die Anmeldungen für die sogenannte Expo Playmaker Community starten am 15. Mai über die offizielle Website und stehen allen Bürgerinnen und Bürgern ab 18 Jahren offen.
Prominente Botschafter
Für besondere Aufmerksamkeit sorgten zwei prominente Botschafter des Programms: die Taekwondo-Kämpferin Tijana Bogdanovic und Wasserball-Europameister Milan Glusac, der zuletzt in Belgrad Gold geholt hatte. Beide sprachen aus eigener Erfahrung über das, was Freiwillige für Sportlerinnen und Sportler bedeuten.
Glusac erinnerte daran, dass es oft die Freiwilligen sind, die als Erste in der Halle erscheinen – und mit ihrer Energie den Ton setzen. „Sie sind immer da, lächelnd und fröhlich, übertragen diese Atmosphäre auf uns Teilnehmer, und das bedeutet uns wirklich viel“, sagte er. Für ihn ist die Expo eine einmalige Gelegenheit, der Welt das wahre Gesicht Serbiens zu zeigen.
Bogdanovic wiederum betonte, dass Freiwillige kein Beiwerk seien, sondern in jede gewonnene Medaille mit hineinwirkten. Den größten Wert des Programms sieht sie in der Erfahrung, die kein Lehrbuch vermitteln könne: „Freiwillige werden Selbstvertrauen und neue Fähigkeiten erwerben und, was am wichtigsten ist, die Möglichkeit haben, durch die Arbeit in einem großen System zu verstehen, welchen Weg sie im Leben einschlagen wollen. Das ist ein Gefühl, das man für immer mit sich trägt.“
Konkrete Anreize
Wer sich engagiert, soll das nicht nur ideell spüren. Der Staat hat ein Paket an konkreten Anreizen geschnürt: Nach dem Vorbild europäischer Modelle können Studierende ihre Freiwilligenarbeit akademisch anrechnen lassen – wer länger als 15 Tage im Einsatz ist, kann gemäß dem Hochschulgesetz zwischen einem und drei ECTS-Punkten erwerben.
Air Serbia stellt ein Jahr nach der Ausstellung einen Rabatt von 27 Prozent auf Flugtickets in Aussicht, Telekom Srbija bereitet eigene Vergünstigungen auf seine Tarife vor. Den Abschluss der Veranstaltung bildete die symbolische Unterzeichnung eines Gemeinschaftsmanifests, das die Überzeugung festhält: Jedes Lächeln ist Diplomatie, jeder Schritt ein Beitrag zum gemeinsamen Erbe.
Dass die Kampagne alle Generationen ansprechen will, unterstrich auch Persida Mijailovic, die älteste Freiwillige Serbiens, mit ihrer Teilnahme – ein stilles, aber eindrucksvolles Signal, dass die Expo 2027 kein Projekt der Jugend allein sein soll.