Während andere Städte längst handeln, fehlt in Wien noch ein System, das Flaschensammler unterstützt. Die Grünen fordern nun Pfandringe und -inseln für die Hauptstadt.
In mehreren österreichischen Städten haben sich bereits sogenannte Pfandhilfen etabliert, die das Sammeln von Pfandflaschen für Bedürftige erleichtern. In Linz wurden beispielsweise „Pfandringe“ an öffentlichen Mistkübeln installiert, in denen Flaschen deponiert und später von anderen Personen abgeholt werden können. Auch Graz und Innsbruck haben unter der Leitung grüner Stadträtinnen Pilotprojekte gestartet, wobei in Innsbruck neben den Ringen auch „Pfandinseln“ getestet werden.
Die Wiener Grünen drängen nun darauf, ähnliche Konzepte in der Bundeshauptstadt umzusetzen. Tina Wirnsberger, Umweltsprecherin der Grünen Wien, betont: „Pfandhilfen ermöglichen eine diskrete und hygienische Entnahme von Flaschen und Dosen.“ Obwohl der Einwegpfand primär zur Reduktion von Abfall eingeführt wurde, zeigt sich ein bemerkenswerter Nebeneffekt: Viele Menschen in prekären Lebenssituationen sammeln weggeworfene Pfandbehälter aus Mistkübeln.
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Würdevolle Sammellösung
Mit einem Wert von 25 Cent pro Flasche kann diese Tätigkeit eine kleine Einnahmequelle darstellen. In verschiedenen Kommunen wurden daher Lösungen implementiert, die diesen Sammelvorgang würdevoller gestalten sollen.
Während Städte wie Linz und Graz bereits entsprechende Infrastruktur geschaffen haben, fehlt in Wien bislang ein vergleichbares Angebot. „Sie tragen nicht nur zu einer höheren Rückgabequote und mehr Sauberkeit bei, sondern auch zu einem würdevollen Umgang insbesondere mit sozial marginalisierten Gruppen“, erklärt Wirnsberger zu den Vorteilen solcher Systeme.
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Stadt Wien lehnt Konzept ab
Trotz der Forderungen der Grünen zeigt sich die Wiener Stadtregierung bislang ablehnend. Die MA 48 begründet ihre Haltung mit Bedenken bezüglich möglicher Vermüllung und Hygieneprobleme. Selbst die positiven Erfahrungen aus anderen Städten haben die Stadtverwaltung bisher nicht überzeugt. Während einzelne Bezirksvertretungen das Konzept unterstützen, hält die MA 48 an ihrer Position fest und schließt eine Umsetzung derzeit aus.
Positive Erfahrungen aus anderen Städten
Erste Erfahrungen aus Linz und Innsbruck zeichnen jedoch ein anderes Bild: Die Pfandringe und -inseln werden von der Bevölkerung gut angenommen, und es wurden bisher weder Zweckentfremdung noch Vandalismus festgestellt. Die Städte haben ihre Sammelstellen strategisch an stark frequentierten Plätzen platziert, um die Nutzung zu erleichtern und die Rückgabequote zu steigern.
In Innsbruck wird das Projekt zudem wissenschaftlich begleitet – erste Auswertungsergebnisse werden für Herbst 2025 erwartet. Diese sollen Aufschluss darüber geben, wie sich die Pfandhilfen auf die städtische Sauberkeit auswirken und wie hoch die Akzeptanz in der Bevölkerung tatsächlich ist.
Wiener Pilotversuch
„Solche Systeme sind kostengünstig, leicht umsetzbar und bereits in vielen Städten erprobt. Gut designte und durchdachte Pfandhilfen tragen dazu bei, dass wir gemeinsam noch mehr Müll vermeiden – davon profitieren alle. Es ist also höchste Zeit, dass auch Wien einen begleiteten Pilotversuch startet“, unterstreicht Wirnsberger abschließend.