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ÖIF-STUDIEN

70 Prozent der Österreicher orten Parallelgesellschaften

(FOTO: BKA/Andy Wenzel)

Die Studien des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zeigen, dass 70 Prozent der Bevölkerung denkt, dass es Parallelgesellschaften im Land gibt. 70 Prozent der Wiener sehen soziale Brennpunkte in der Stadt.

Im Rahmen der Studie wurden von 9. bis 11. Juli (nach den Ausschreitungen bei den Demonstrationen in Wien-Favoriten) insgesamt 1.000 Österreicher befragt. Die Auswertung zeigt, dass 70 Prozent der Befragten meinen, dass Parallelgesellschaften existieren. Drei Viertel denken, dass es sich hierbei um importierte Konflikte handeln. Ebenfalls 70 Prozent sehen darin ein Problem für das soziale Zusammenleben. Dies resümierte Sozialwissenschaftler Rudolf Bretschneider.

42 Prozent der Wiener fühlen sich weniger sicher
Eine zweite Umfrage, ebenfalls vom Österreichischen Integrationsfonds in Auftrag gegeben, wurde vor den Demos im 10. Wiener Gemeindebezirk durchgeführt. Dabei wurden 1.000 Wiener befragt, wovon 70 Prozent angaben, soziale Brennpunkte in der Stadt wahrzunehmen. Laut Bretschneider bezogen sich die Befragten vor allem auf die flächenmäßig größten Bezirke der Hauptstadt. Allerdings wurden auch Gebiete innerhalb des Gürtels genannt.

Die erste Assoziation der Befragten beim Begriff „sozialer Brennpunkt“ seien Drogen- und Alkoholprobleme und dann erst in zweiter Linie Asylwerber und Menschen mit Migrationshintergrund gewesen. Etwas mehr als 40 Prozent gaben auch an sich in Wien weniger sicher zu fühlen.

Raab fordert Frühwarnsystem für Parallelgesellschaften
Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) sieht in diesen beiden Studien eine Grundlage für ihre Forderung nach einem Frühwarnsystem für Parallelgesellschaften. Diese seien „Nährboden dafür, dass es letztlich zu Gewalteskalationen wie in Favoriten“ komme. Ebenso würden sie eine Hürde für die Integration darstellen.

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Ferner fügte die Ministerin hinzu, dass der Sicherheitsaspekt Zuständigkeit des Innenministers sei, während die gesamtgesellschaftliche Perspektive, genauer gesagt Migrationskonflikte jener Punkt sei, wo man genau hinsehen müsse. Laut Raab seien Ausschreitungen „bloß die Spitze des Eisbergs“, während Parallelgesellschaften den „Nährboden“ darstellen.

Das Frühwarnsystem, welches Raab etablieren möchte, soll unterschiedliche Faktoren beobachten und analysieren. Dazu zählt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in einem bestimmten Stadtteil, die dort tätigen Vereine, sozioökonomische Faktoren sowie das Bildungsniveau. Außerdem gehe es auch um die Frage, wie unterschiedliche Gruppen über Soziale Netzwerke Kontakt herstellen, so die Integrationsministerin.

„Emotionale Ebene“ als Faktor für Integrationserfolg
Ferner möchte Raab in Zukunft noch enger mit Vereinen migrantischer Communitys zusammenarbeiten, um nicht nur Konfliktprävention zu betreiben, sondern sich auch noch intensiver mit der „emotionalen Ebene“, also wie Menschen Integration wahrnehmen, beschäftigen. „Schließlich ist deren Empfinden darüber ein Faktor, ob Integration gelingt oder nicht“, so die Ministerin abschließend.

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