Durch ein effektiveres Controllingsystem bei Großprojekten konnten die Stadtwerke rund 300 Millionen Euro einsparen. Trotz dieser Fortschritte bleibt der Schuldenstand hoch, und für 2025 droht ein erhöhtes Defizit aufgrund sinkender Bundeserträge.

Wiener Finanzstrategen haben Fortschritte bei der Reduzierung des erwarteten Budgetdefizits für das Jahr 2024 erzielt. Sie prognostizierten ursprünglich ein Defizit von 2,2 Milliarden Euro, doch aktuelle Berechnungen reduzieren es auf etwa 1,7 Milliarden Euro. Finanzstadtrat Peter Hanke (SPÖ) verkündete diese Nachrichten in einem Interview mit der Austria Presse Agentur (APA).
Ein effektiveres Controllingsystem bei Großprojekten ermöglichte den Stadtwerken Einsparungen von rund 300 Millionen Euro und trug wesentlich zum besseren Ergebnis bei. Auch Einsparungen im Magistrat und ein besseres Finanzergebnis trugen zu diesem Erfolg bei. Trotz dieser Fortschritte bleibt der Schuldenstand der Stadt Wien mit 11,9 Milliarden Euro hoch und wird voraussichtlich weiter steigen.
„Worst-Case-Szenario“ 2025
Für das Jahr 2025 zeichnen sich jedoch finanzielle Herausforderungen ab, da das Defizit auf 3,8 Milliarden Euro revidiert wurde – ein „Worst-Case-Szenario“, wie Hanke es nennt. Hauptgrund hierfür ist ein erheblicher Rückgang bei den Ertragsanteilen des Bundes, der rund 420 Millionen Euro weniger in die Stadtkasse spült. Angesichts dieser Entwicklung fordert Hanke Nachverhandlungen des Finanzausgleichs und Gespräche mit dem Bund über den EU-Stabilitätspakt.
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Um die finanzielle Lage zu stabilisieren, plant die Stadt, bis zu 500 Millionen Euro im Rathaus einzusparen. Die Details dieser Sparmaßnahmen sind noch unklar. Jedoch versicherte Hanke, dass der Umfang und die Qualität der städtischen Dienstleistungen nicht darunter leiden sollen. Effizienzsteigerungen sollen vor allem durch den Einsatz von KI-Lösungen im Verwaltungsapparat erreicht werden. Die Stadt verzichtet auf eine Erhöhung von Gebühren, da das Valorisierungsgesetz diese bereits regelt. Die 365-Euro-Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr bleibt bestehen, und Investitionen sollen fortgesetzt werden.
Langfristige Ziele
Langfristig strebt die Stadt einen Konsolidierungspfad an, um bis 2030 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Positive Effekte durch Maßnahmen am Arbeitsmarkt werden ebenfalls erwartet.