Der berühmte Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauss Sohn hat am 1. Juni eine außergewöhnliche Reise angetreten. Um 20:36 Uhr wurde die weltbekannte Komposition als elektromagnetisches Signal von der europäischen Raumstation DSA 2 in Spanien ins All geschickt.
Diese ungewöhnliche Kulturbotschaft ist Teil der Initiative „Waltz into Space“, die in Zusammenarbeit zwischen WienTourismus, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und den Wiener Philharmonikern entstanden ist. Das Projekt bildet den Auftakt zu den umfangreichen Feierlichkeiten anlässlich des 200. Geburtstags des Walzerkönigs, für die Wien ein beeindruckendes Programm mit rund 65 verschiedenen Veranstaltungen an 250 Tagen unter dem Motto „King of Waltz.Queen of Music“ vorbereitet hat.
Die kosmische Botschaft trägt nicht nur die unsterblichen Klänge des Walzers in die Weiten des Alls, sondern auch die Namen von mehr als 13.700 Menschen aus aller Welt, die sich als Botschafter der „Weltraumnote“ registriert haben. Unter den Teilnehmern befinden sich prominente Persönlichkeiten wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig.
Bei der Veranstaltung betonte Van der Bellen die kulturelle Bedeutung des Projekts: „Wenn der Weltraum eine Hymne hätte, wäre es der Walzer ‚An der schönen blauen Donau‘.“ Er hob hervor: „Neben der Wissenschaft tragen wir auch Kultur, Musik und Poesie ins All.“
Musikalisches Ereignis
Den musikalischen Rahmen für dieses außergewöhnliche Ereignis bildete ein Konzert im Wiener Museum für angewandte Kunst (MAK) am Vorabend des Signals. Unter der Leitung von Peter Popelka wurde „An der schönen blauen Donau“ am 31. Mai um 21:30 Uhr mit einer beeindruckenden Lichtchoreografie aufgeführt, während gleichzeitig das Musiksignal mit Lichtgeschwindigkeit seine Reise ins Universum antrat. Ein Lichtstrahl vom Dach des Museums symbolisierte den Aufbruch der Klänge.
Das besondere Ereignis wurde nicht nur in Wien live in der Strandbar Herrmann unter freiem Himmel übertragen, sondern auch in Spanien an der ESA-Antenne in Cebreros sowie im Planetarium Madrid.
Wissenschaft trifft Kultur
Die Verbindung von Wissenschaft und Kultur setzt sich in den kommenden Wochen fort. Wien wird vom 23. bis 27. Juni Gastgeber des ESA Living Planet Symposiums sein – der weltweit bedeutendsten Konferenz zur Erdbeobachtung aus dem All. Parallel dazu lädt das Festival „Weltraum in der Stadt“ am Wiener Karlsplatz Besucher jeden Alters ein, den Kosmos durch Spiele, Workshops, Vorträge und virtuelle Flüge zu erkunden.
Besonders bemerkenswert: Der ins All gesandte Walzer kreuzte auf seinem Weg die Flugbahn der NASA-Sonde Voyager 1, die bereits seit 1977 durch die Tiefen des Weltraums reist.
Nun wird das österreichische Kulturgut von den Klängen des Donauwalzers begleitet.