Täglich 1.000 neue Dollar-Millionäre – die USA erleben einen beispiellosen Reichtumsboom. Der Vermögensanstieg übertrifft mit 11 Prozent den weltweiten Durchschnitt deutlich.
In den USA explodiert die Zahl der Superreichen – täglich kommen mehr als 1.000 neue Dollar-Millionäre hinzu, wie der aktuelle UBS-Bericht zur globalen Vermögensentwicklung zeigt. Während das Privatvermögen weltweit um 4,6 Prozent zulegte, verzeichneten die Vereinigten Staaten einen beeindruckenden Anstieg von über 11 Prozent. Laut der Schweizer Großbank profitierte der amerikanische Markt besonders von der Dollarstärke und dem anhaltenden Optimismus an den Finanzmärkten.
Die Dominanz der USA im globalen Vermögensranking wird durch eine weitere Kennzahl unterstrichen: Vier von zehn Millionären weltweit sind US-Bürger. Insgesamt gehören nur etwa 1,6 Prozent der Weltbevölkerung dem exklusiven Kreis der Dollar-Millionäre an. Für die kommenden fünf Jahre prognostiziert die UBS einen weiteren Anstieg des durchschnittlichen Vermögens pro Erwachsenem – mit den USA als Spitzenreiter, gefolgt von China.
Vermögensverteilung nach Generationen
Trotz der steigenden Millionärszahlen bleibt das Vermögen in den USA sehr ungleich verteilt. Die Babyboomer-Generation kontrolliert mit über 83 Billionen US-Dollar den Löwenanteil des amerikanischen Nettovermögens, während Millennials und jüngere Generationen deutlich weniger besitzen. Die Kluft zwischen den Generationen wächst zudem durch unterschiedliche Anlagestrategien: Ältere Amerikaner investieren stärker in renditestarke Finanzanlagen, während jüngere Generationen ihr begrenztes Vermögen eher in Immobilien und langlebige Konsumgüter stecken.
In den kommenden zwei Jahrzehnten steht jedoch ein beispielloser Wandel bevor: Rund 29 Billionen US-Dollar werden durch Erbschaften an nachfolgende Generationen übertragen – die größte Vermögensübertragung der amerikanischen Geschichte. Experten gehen davon aus, dass diese Entwicklung die bestehende Konzentration des Reichtums in bestimmten Bevölkerungsgruppen und Regionen weiter verstärken wird.
Chinas Mittelschicht
In der Kategorie der gehobenen Mittelschicht – Menschen mit einem Nettovermögen zwischen 100.000 und einer Million Dollar – führt der chinesische Wirtschaftsraum (inklusive Hongkong und Taiwan) mit 28,2 Prozent, vor Westeuropa mit 25,4 Prozent und Nordamerika mit 20,9 Prozent. Die große Mehrheit der Weltbevölkerung bleibt von solchen Vermögenswerten jedoch weit entfernt: Über 80 Prozent der Erwachsenen in der UBS-Erhebung verfügen über weniger als 100.000 Dollar Nettovermögen.
Wie Reuters berichtet, konnten sich die Regionen Europa, Naher Osten und Afrika nach den Vermögenseinbußen von 2022 im vergangenen Jahr wieder erholen.