Belgische Forscher entdeckten 2016 ein faszinierendes Planetensystem, das sie nach ihrem Lieblingsgetränk benannten: „Trappist-1“. Nur 40 Lichtjahre von der Erde entfernt umkreisen sieben erdähnliche Gesteinsplaneten einen kleinen Zwergstern. Besonders der Planet „Trappist-1e“ weckt das Interesse der Wissenschaftler, da er sich in der habitablen Zone (lebensfreundlicher Bereich) befindet und möglicherweise flüssiges Wasser beherbergen könnte – vorausgesetzt, er verfügt über eine schützende Atmosphäre.
Das bahnbrechende System wurde von einem internationalen Forscherteam unter der Leitung von Michaël Gillon an der Universität Lüttich entdeckt. Zunächst identifizierten die Wissenschaftler drei erdgroße Planeten, bevor sich die Anzahl auf insgesamt sieben Gesteinsplaneten erweiterte.
Die jüngsten Beobachtungen des James-Webb-Weltraumteleskops nähren die Hoffnung auf außerirdische Lebensformen. „Wir können nicht ausschließen, dass ,Trappist-1e‘ eine Atmosphäre hat. Der Traum lebt weiter“, erklärt Nestor Espinoza vom „Space Telescope Science Institute“.
Atmosphärische Erkenntnisse
Die wissenschaftlichen Untersuchungen haben bereits einige Möglichkeiten ausgeschlossen: Eine wasserstoffreiche Atmosphäre, wie sie für Gasriesen typisch ist, existiert nicht auf „Trappist-1e“. Auch eine dichte Kohlendioxid-Hülle nach dem Vorbild der Venus gilt als unwahrscheinlich. Stattdessen vermuten die Wissenschaftler eine stickstoffdominierte Atmosphäre, ähnlich jener der Erde. Der Exoplanet (Planet außerhalb unseres Sonnensystems), der in seiner Größe unserem Heimatplaneten entspricht, benötigt allerdings nur sechs Tage für einen vollständigen Umlauf um seinen Stern.
NASA-Analysen bestätigen diese Einschätzung: Sowohl wasserstoffreiche als auch dichte CO₂-Atmosphären können ausgeschlossen werden. Die Konzentration der Forschungsbemühungen auf eine mögliche stickstoffdominierte Hülle macht das System zu einem der viel versprechendsten Kandidaten für die Suche nach Leben im All.
Ein definitiver Nachweis einer Atmosphäre durch das Webb-Teleskop wäre ein wissenschaftlicher Durchbruch. „Es würde zeigen, dass auch Planeten um rote Zwerge lebensfreundlich sein können“, betont Espinoza. Da diese Sterntypen im Universum am häufigsten vorkommen, würde sich die Wahrscheinlichkeit für Leben im All erheblich erhöhen.
Zukunftsaussichten
Die Frage bleibt vorerst unbeantwortet – „Trappist-1e“ könnte eine wasserreiche Welt oder ein kahler Gesteinsbrocken sein. Die kommenden Beobachtungen könnten jedoch entscheidende Erkenntnisse liefern. Die Wissenschaft steht möglicherweise vor einem historischen Moment: Noch in diesem Jahr könnten Forscher erstmals eine erdähnliche Atmosphäre auf einem fremden Planeten nachweisen.
Das namensgebende Trappistenbier stellt eine besondere Brautradition dar, die ursprünglich ausschließlich von Trappistenmönchen gepflegt wurde.