Snapchat beendet die Ära des unbegrenzten Speichers – wer mehr als fünf Gigabyte an Erinnerungen behalten will, muss künftig zahlen oder exportieren.
Snapchat verlangt künftig Geld für umfangreiche Erinnerungen. Die App, die vielen Nutzern jahrelang als kostenloser Speicherplatz für persönliche Momente diente, führt ein Limit ein. Wer mehr als fünf Gigabyte an Memories gespeichert hat, muss bald ein Abonnement abschließen. Diese Änderung trifft all jene, die ihre Konzertfotos, Haustiervideos oder andere wichtige Momente in der App archiviert haben.
Die Umstellung auf ein kostenpflichtiges Modell läuft bereits in den USA und Australien. Dort wurden Nutzer bereits über die neuen Speicherbedingungen informiert. Für Europa steht die Einführung noch bevor, ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt. Das neue System sieht vor, dass grundsätzlich fünf Gigabyte Speicherplatz kostenfrei bleiben. Darüber hinaus wird ein Abonnement fällig – in den USA kostet ein 100-Gigabyte-Paket etwa 2,99 Dollar, größere Speicheroptionen sind entsprechend teurer. Snapchat gewährt eine zwölfmonatige Übergangsfrist für die Umstellung.
Nach Ablauf dieser Schonfrist haben Nutzer zwei Optionen: entweder ein Abonnement abschließen oder ihre gespeicherten Inhalte auf das eigene Gerät herunterladen.
⇢ Snapchat soll Geld für gespeicherte Fotos verlangen!
Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit der Notwendigkeit, in die langfristige Speicherinfrastruktur zu investieren. Die Einnahmen aus den Abonnements sollen laut Snapchat in die Weiterentwicklung der Memories-Funktion fließen.
Die Reaktionen der Community fallen überwiegend negativ aus. Auf TikTok häufen sich kritische Videos, in denen Nutzer die Änderung als „Frechheit“ bezeichnen und beklagen, dass Erinnerungen nun „nur noch gegen Geld“ zugänglich seien. Einige rufen sogar zum Protest auf und fordern negative App-Bewertungen sowie Petitionen gegen die Neuerung.
@cocksdiary
Memories exportieren
Seit der Einführung im Jahr 2016 hat die Memories-Funktion Nutzern ermöglicht, Fotos und Videos dauerhaft in der App zu speichern. Nach Angaben von Snapchat wurden weltweit bereits über eine Billion Erinnerungen auf diese Weise archiviert. Wer seine gespeicherten Inhalte behalten möchte, kann sie exportieren.
Der Export funktioniert über wenige Schritte: Zunächst öffnet man Snapchat und tippt auf den eigenen Bitmoji (personalisierten Avatar) in der oberen linken Ecke. In den Einstellungen (Zahnrad-Symbol oben rechts) scrollt man zum Bereich „Datenschutz“ und wählt „Meine Daten“. Dort kann man „Memories sichern“ auswählen, um alle gespeicherten Inhalte zu exportieren.
@cocksdiary
Daten sichern
Es empfiehlt sich, die Dateigröße auf 10 GB einzustellen, um möglichst viele Daten in einem Paket zu erhalten. Wichtig ist, die hinterlegte E-Mail-Adresse zu überprüfen, da viele Nutzer noch veraltete Kontaktdaten im Account haben könnten. Nach der Bestätigung sendet Snapchat einen Download-Link per E-Mail, über den die Daten auf Handy, Computer oder externe Speichermedien übertragen werden können.
Nutzer mit mehr als fünf Gigabyte gespeicherter Memories müssen nicht sofort handeln.
Mit dem beschriebenen Verfahren lassen sich alle Fotos und Videos kostenlos herunterladen, bevor sie unter die neue Regelung fallen.