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Gesundheitsrisiko

Tattoo-Schock: Forscher entdecken beunruhigende Immunreaktion

Tattoo-Schock: Forscher entdecken beunruhigende Immunreaktion
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Eine neue Schweizer Studie liefert beunruhigende Erkenntnisse zum Einfluss von Tätowierungen auf die Immunabwehr. Wissenschaftler der Università della Svizzera italiana (USI) haben nachgewiesen, dass Tattoo-Tinte die körpereigene Reaktion auf Impfungen verändern kann.

Das Forschungsteam um Santiago Gonzalez tätowierte für ihre Untersuchung etwa 40 Mäuse mit schwarzer, roter oder grüner Tinte an den Pfoten und beobachtete anschließend mikroskopisch die Verteilung der Farbstoffe im Körper. Die Ergebnisse wurden am Donnerstag in der renommierten Fachzeitschrift „Pnas“ veröffentlicht.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Tätowierfarbe rasch über das Lymphsystem transportiert wird und sich bereits nach wenigen Stunden in erheblichen Mengen in den Lymphknoten ansammelt. Dort nehmen spezielle Immunzellen, die Makrophagen, die Farbpartikel auf. Dieser Vorgang löst laut USI-Mitteilung eine zweiphasige Entzündungsreaktion aus: zunächst eine akute Phase, die etwa zwei Tage anhält, gefolgt von einer chronischen Entzündung, die über Jahre bestehen kann.

Die Studie zeigt, dass die Makrophagen die Tinte nicht abbauen können. Die Farbpartikel bleiben dauerhaft in den Lymphknoten eingeschlossen, was einen fortlaufenden Kreislauf aus Aufnahme und Zelltod verursacht. Dieser Prozess beeinträchtigt mit der Zeit die Abwehrfähigkeit des Immunsystems.

Beeinträchtigte Impfreaktion

Die Forscher konnten zudem nachweisen, dass die Tattoo-Tinte die Reaktion auf Impfungen modifiziert. In Experimenten mit tätowierten Mäusen, denen ein mRNA-basierter COVID-19-Impfstoff verabreicht wurde, beobachteten sie eine abgeschwächte Antikörperbildung. Dies deutet nach Einschätzung der Wissenschaftler darauf hin, dass Tätowierungen die Fähigkeit des Immunsystems zur Impfstoffreaktion negativ beeinflussen können.

Dieser Effekt hängt vermutlich mit der beeinträchtigten Funktion jener Immunzellen zusammen, die langfristig mit der Tattoo-Tinte in Kontakt stehen, wie die USI in ihrer Mitteilung erläutert. Auch menschliche Immunzellen, die zuvor mit Tätowierfarbe in Berührung kamen, zeigten nach einer Impfung eine verminderte Immunantwort.

Risiken für Menschen

In ihrer Studie betonen die Wissenschaftler, dass diese Erkenntnisse nicht nur für Nagetiere, sondern möglicherweise auch für Menschen relevant sein könnten. Sie weisen darauf hin, dass die Auswirkungen von Tätowierungen auf das Immunsystem noch nicht vollständig erforscht sind und weitere Untersuchungen notwendig sind, um langfristige Effekte und potenzielle Risiken zu identifizieren.

Weitere Untersuchungen sind notwendig, um langfristige Effekte und potenzielle Risiken zu identifizieren.

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KO KOSMO-Redaktion
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