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Handelspakt

EU-Mercosur-Deal: Kroatiens Bauern zittern vor südamerikanischer Konkurrenz

EU-Mercosur-Deal: Kroatiens Bauern zittern vor südamerikanischer Konkurrenz
Foto: iStock, epa/Antonio Lacerda
3 Min. Lesezeit |

Während Brüssel und Südamerika ein historisches Handelsabkommen feiern, schlagen kroatische Unternehmer Alarm: Der Agrarsektor des Landes steht vor einer gefährlichen Zerreißprobe.

Das EU-Mercosur-Abkommen steht kurz vor dem Abschluss, stellt jedoch für die kroatische Landwirtschaft ein erhebliches Risiko dar. Wie die am Freitag veröffentlichte HUP-Publikation „Fokus der Woche“ betont, kommt die Handelsliberalisierung für den heimischen Agrarsektor zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Europäische Kommission verhandelt bereits seit 1999 mit den Mercosur-Gründungsstaaten Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay. Gemeinsam repräsentieren beide Wirtschaftsblöcke rund 30 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und umfassen einen Markt von mehr als 700 Millionen Verbrauchern.

Der Vertrag sieht die weitgehende Abschaffung von Zöllen vor, was europäischen Exporteuren von Automobilen, Maschinen, Wein und Käse zugutekommen wird. Im Gegenzug erleichtert das Abkommen die Einfuhr südamerikanischer Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel, Zucker, Reis, Honig und Soja nach Europa – mit zollfreien Kontingenten, die in den betroffenen Branchen für Unruhe sorgen. Kritiker befürchten eine Destabilisierung der europäischen Landwirtschaft durch preisgünstigere Produkte, bei denen zudem mangels ausreichender Kontrollen die Einhaltung der EU-Standards fraglich erscheint.

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Diplomatischer Erfolg

Befürworter des Abkommens argumentieren hingegen, dass der Vertrag der schwächelnden europäischen Wirtschaft neuen Schwung verleihen und die diplomatischen Beziehungen zu Lateinamerika stärken wird. Bei einem Treffen in Rio de Janeiro feierten der brasilianische Präsident Lula und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Freitag das Handelsabkommen als Triumph des Multilateralismus. „Dieses Abkommen ist besonders für die demokratische Welt und den Multilateralismus ein großer Gewinn“, erklärte Luiz Inácio Lula da Silva vor Journalisten. Von der Leyen ergänzte: „Das ist die Kraft der Partnerschaft und Offenheit – so schaffen wir echten Fortschritt.“

In Brüssel hat kürzlich die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten dem Vertrag zugestimmt, trotz des Widerstands einiger Länder, allen voran Frankreich. Die Mercosur-Staaten und die Europäische Union werden voraussichtlich am Samstag in Asunción ein Abkommen unterzeichnen, das nach mehr als 25-jährigen Verhandlungen und ungeachtet der Bedenken des Agrarsektors in zahlreichen europäischen Ländern eines der größten Freihandelsgebiete weltweit schaffen wird. Die Unterzeichnungszeremonie findet in Asunción statt, der Hauptstadt Paraguays, das derzeit den Vorsitz des südamerikanischen Blocks innehat, zu dem mittlerweile auch Bolivien zählt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa werden persönlich an der Zeremonie teilnehmen.

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Kroatische Bedenken

„Obwohl das EU-Mercosur-Abkommen auf europäischer Ebene durchaus Vorteile bringt, trifft es kroatische Unternehmer in einer äußerst schwierigen Phase“, warnt der kroatische Unternehmerverband HUP. „Die heimische Landwirtschaft stagniert, die Produktivität sinkt, und der Sektor tritt ohne ausreichendes Produktionsvolumen und Investitionsunterstützung in eine Phase der Marktöffnung ein. Das Kernproblem liegt nicht im Freihandel an sich, sondern in der strukturellen Wettbewerbsschwäche und einem regulatorischen Rahmen, der Investitionen behindert und gleiche Wettbewerbsbedingungen verhindert.“

Die EU-Kommissionspräsidentin würdigte bei ihrem Besuch die „Führungsrolle“ ihres Gastgebers und betonte, diese basiere auf dem Engagement für „Demokratie, eine regelbasierte internationale Ordnung und gegenseitigen Respekt“, besonders „gegenüber anderen Ländern“.

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KO KOSMO-Redaktion
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