Die Plastikkarte war gestern: Österreich macht die E-Card digital – und der Umstieg geht schneller als gedacht.
Ab sofort müssen Versicherte ihre Plastikkarte nicht mehr zwingend mit sich führen: Seit Mittwoch ist die E-Card offiziell als digitale Version auf dem Smartphone verfügbar. Österreich setzt damit einen weiteren Meilenstein bei der Modernisierung seines Gesundheitssystems.
Die Einrichtung gestaltet sich denkbar einfach: Über den App Store oder Google Play lädt man die entsprechende App der eigenen Sozialversicherung herunter – etwa „Meine SV“ oder „Meine ÖGK“. Nach dem Download erfolgt die Identifizierung via ID Austria, woraufhin die E-Card in der App hinterlegt wird. Wer die ID Austria bereits nutzt, hat die digitale Karte innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.
Nutzung beim Arzt
Der Ablauf beim Arztbesuch oder in der Apotheke bleibt im Wesentlichen derselbe – lediglich das Smartphone ersetzt die Karte aus Plastik. In der App tippt man auf „Digitale E-Card“ und anschließend auf „Verwenden“, bevor man das Gerät an den „GINO“-Schriftzug des Lesegeräts hält. Leuchten die drei LED-Lämpchen grün auf, ist der Check-in abgeschlossen – das Prinzip entspricht dem des kontaktlosen Bezahlens per NFC (Nahfeldkommunikation).
Die Infrastruktur ist bereits flächendeckend vorhanden: Rund 14.000 niedergelassene Ärzte und 1400 Apotheken in Österreich sind an das e-Card-System angeschlossen und verfügen über die entsprechenden NFC-Lesegeräte.
Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zur herkömmlichen Karte: Die digitale Variante ist auf eine stabile Internetverbindung angewiesen. In Räumlichkeiten mit schlechtem Empfang – etwa in Untergeschossen von Apotheken oder Ordinationen – kann es zu Verbindungsproblemen kommen. Experten raten daher, die physische E-Card vorsorglich weiterhin griffbereit zu halten.
Datenschutz & Sicherheit
Hinsichtlich des Datenschutzes entspricht die digitale E-Card dem gewohnten Standard der österreichischen Sozialversicherungen: Sie dient ausschließlich als digitaler Schlüssel zu den Gesundheitsdaten. Auf dem Smartphone selbst werden keine Informationen gespeichert, und auch während der Verwendung findet keine Datenübertragung statt.