Drei Wochen, ein Wal, eine Bucht – und kein Ende in Sicht. „Timmy“ hält ganz Deutschland in Atem.
Seit nunmehr 21 Tagen hält sich der Buckelwal „Timmy“ in der Wismarbucht an der mecklenburgisch-vorpommerschen Ostseeküste auf – und sorgt damit weiterhin für intensive Rettungsbemühungen. Am Montagmorgen kam es zu einer unerwarteten Entwicklung: Das Tier entfernte sich von seiner bisherigen Position und wechselte dabei mehrfach die Richtung. Einsatzkräfte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) begleiten den Wal mit ihren Booten.
Der leitenden Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert zufolge sei es gelungen, das Tier in eine günstigere Schwimmrichtung zu bringen. Das übergeordnete Ziel bleibt unverändert: „Timmy“ soll in Richtung Nordsee gelenkt werden. Stand 10:00 Uhr dürfte er leider wieder im seichteren Gewässer liegen geblieben sein.
Hoffnung und Skepsis
Auch wenn der Wal seinen unberechenbaren Zickzackkurs beibehält, zeigt sich die Rettungsinitiative auf der Insel Poel zuversichtlich und sieht die Aktion im Zeitplan. Bereits am Sonntagmorgen habe das Tier laut den Verantwortlichen mit starker Lebensenergie und bemerkenswert positiven Reaktionen auf seine Umgebung reagiert – ein Zeichen, das Hoffnung macht, dass sich „Timmy“ möglicherweise aus eigener Kraft befreien könnte. Für diesen Fall steht ein sogenannter „Plan B“ bereit: Die DLRG-Boote würden dann in Bereitschaft gehen, um den Wal auf seinem Weg durch die Nordsee bis in den Atlantik zu begleiten.
Deutlich skeptischer äußerte sich Walter Gunz, Mitgründer von MediaMarkt und Finanzier der Rettungsaktion. Er zweifelt daran, ob sich das Tier überhaupt noch in eine bestimmte Richtung lenken lässt. Ursprünglich war vorgesehen, „Timmy“ mithilfe einer zwischen Pontons gespannten Plane aus dem Flachwasser zu heben und in Richtung Nordsee zu transportieren. Diese Netzplane befindet sich bereits im Einsatz.
Timmys Vorgeschichte
Bei dem Tier handelt es sich um einen 12,35 Meter langen Buckelwal, der sich seit rund drei Wochen in der Wismarbucht vor der Insel Poel aufhält. Bereits seit Anfang März wurde er wiederholt an der Ostseeküste gesichtet, wobei er sich mehrfach in Fischernetzen verfing.
Einsatzkräfte sowie Aktivistinnen und Aktivisten der Meeresschutzorganisation Sea Shepherd befreiten ihn in diesen Fällen jeweils von dem Netzmaterial.