Ein geschwächter Buckelwal, ein umstrittener Rettungsplan – und nun ein unerwarteter Akteur, der alles riskiert.
Seit dem 23. März treibt sich der Buckelwal Timmy immer wieder in den flachen Gewässern der Ostsee herum. Zuletzt wurde das geschwächte Tier vor der Insel Poel gesichtet, wo es seit dem 31. März festliegt und sich sein Zustand zunehmend verschlechtert. Fachleute hatten bereits früh darauf hingewiesen, dass eine sinnvolle Hilfe für den Wal kaum noch möglich sei – selbst das Anheben mit Schlaufen würde für das Tier extremen Stress bedeuten.
Das Deutsche Meeresmuseum, das bis dahin eng in die Lagebeurteilung eingebunden gewesen war, erklärte, man sei in die Vorbereitungen nicht einbezogen worden und habe das Gesamtkonzept nicht vorliegen. „Die Fachleute erfuhren davon durch die Pressekonferenz“, hieß es aus dem Museum.
Private Rettungsinitiative
Eine private Initiative rund um Mediamarkt-Gründer Walter Gunz und die Unternehmerin Karin Walter-Mommert will Timmy mit einer außergewöhnlichen Methode aus seiner misslichen Lage befreien. Wie spektrum.de unter Berufung auf die dpa berichtet, erteilte der mecklenburg-vorpommersche Umweltminister Till Backhaus (SPD) dem Vorhaben am 15. April im Rahmen einer Pressekonferenz in Schwerin grünes Licht. „Wir dulden dieses Vorhaben“, erklärte Backhaus – die Verantwortung für das Gelingen trage jedoch allein die Initiative selbst.
Geplantes Vorgehen
Das geplante Vorgehen sieht in mehreren Schritten vor, zunächst Taucher zu entsenden, die Kontakt zu dem Tier aufnehmen und es beruhigen sollen. Danach soll der Schlick unter dem Wal weggespült werden. Am Donnerstag ist vorgesehen, Luftkissen unter den Körper des Tieres zu schieben, um es behutsam anzuheben.
Auf einer Plane, die zwischen zwei Pontons gespannt ist, soll Timmy anschließend gelagert und abtransportiert werden. Ein Schlepper soll die Pontons schließlich durch die Nordsee bis in den Atlantik ziehen, wo der Wal freigelassen werden soll.
Walter Gunz zeigt sich trotz aller Kritik zuversichtlich: Er ist überzeugt, mit einem „großartigen Team“ aus Walspezialisten das Risiko von Stress und Leid für das Tier auf ein Minimum reduziert zu haben.